Montag, 11. Dezember 2017

Fairer Kakao: keine Alternative, sondern der Weg

Mehr als 40 Menschen kamen am Montag nach Sarnthein, um gemeinsam die elfte Tür – jene zum Pfarrheim – des schokoladigen Adventskalenders sweet afFAIR zu öffnen. Die Ortsgruppen der Katholischen Jungschar und Jugend, der Katholischen Frauenbewegung und des Pfarrgemeinderates hatten eingeladen.

Mehr als 40 Menschen kamen am Montag nach Sarnthein, um gemeinsam die elfte Tür – jene zum Pfarrheim – des schokoladigen Adventskalenders sweet afFAIR zu öffnen.
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Mehr als 40 Menschen kamen am Montag nach Sarnthein, um gemeinsam die elfte Tür – jene zum Pfarrheim – des schokoladigen Adventskalenders sweet afFAIR zu öffnen.

Vier junge Musikanten umrahmten die Aktion mit ihrer Ziehharmonika, Katharina Gschnell vom Schauspielkollektiv binnen-I ging in einer theatralischen Einlage vor versammelter Gemeinschaft eine Affäre mit fairer Schokolade ein, die Menschen genossen das Schaukochen von Schokolade und verkosteten faire Tafel- und Trinkschokolade. Dekan P. Paul Lantschner bezeichnete den fairen Kakao und den fairen Handel nicht als Alternative, sondern als einzig gangbaren Weg und also für eine langfristige Beziehung geeignet.

Bürgermeister Franz Locher verglich die Sensibilisierung zum fairen Handel mit jener zur Müllvermeidung vor mehreren Jahren: Damals hätten sich Menschen noch dazu verleiten lassen, Müll wegzuschmeißen. Heute hingegen sei jedem bewusst, dass Müllvermeidung und -trennung der zukunftsträchtige Weg sei. Steter Tropfen höhle den Stein, auch beim fairen Handel, meinte der Bürgermeister und hieß sweet afFAIR herzlich willkommen.

Kakaoanbau steckt in der Krise 

Obwohl der Weltmarkt nach immer mehr Schokolade giert, steckt der Kakaoanbau an der Elfenbeinküste und in Ghana in der Krise. Um auf diese Tatsache aufmerksam zu machen, öffnen die Südtiroler Weltläden und die oew-Organisation für Eine solidarische Welt in der heurigen Adventszeit in 24 Südtiroler Ortschaften 24 besondere Türen. Ziel von sweet afFAIR ist es, Alternativen zur konventionellen Schokolade aufzuzeigen und den Wert und die Wichtigkeit fair gehandelter Schokolade aufzuzeigen.

Weil vor allem junge Menschen keine Perspektiven auf den Kakaoplantagen in Äquatornähe mehr sehen, suchen sie ihr Glück in der Stadt oder eine bessere Zukunft in Europa. Wenn sich auf den Kakaofeldern nicht maßgeblich etwas ändert, wird sich Kakao in nächster Zukunft enorm verknappen und die Krise auch Europa erreichen. Nur knapp ein Prozent der in Südtirol verkauften Schokolade ist fair gehandelt.

Nächster Treffpunkt von sweet afFAIR ist am morgigen Dienstag, 12. Dezember in Sterzing. Um 16 Uhr wird die Tür zum Rathaus der Stadt geöffnet.

stol

stol