Freitag, 07. Juni 2019

Fairer Schmuck im Schloss Maretsch

Zweite Vernissage der Südtiroler Weltläden „Schmuck im Schloss“ mit nachhaltig produziertem und fair gehandeltem Schmuck aus aller Welt gestern Abend auf Schloss Maretsch in Bozen

Passende Umgebung, interessierte Menschen, hochwertiger Schmuck: Die zweite von fünf „Schmuck im Schloss“-Vernissagen der Südtiroler Weltläden ging am Donnerstag auf Schloss Maretsch in Bozen über die Bühne. - Foto: Südtiroler Weltladen
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Passende Umgebung, interessierte Menschen, hochwertiger Schmuck: Die zweite von fünf „Schmuck im Schloss“-Vernissagen der Südtiroler Weltläden ging am Donnerstag auf Schloss Maretsch in Bozen über die Bühne. - Foto: Südtiroler Weltladen

Passende Umgebung, interessierte Menschen, hochwertiger Schmuck: Die zweite von fünf „Schmuck im Schloss“-Vernissagen der Südtiroler Weltläden ging am Donnerstag auf Schloss Maretsch in Bozen über die Bühne: Um 18 Uhr trafen sich am Donnerstagabend drei Dutzend auf Schloss Maretsch in Bozen. Im dortigen Philosophengang lauschten sie der Lesung der Schauspielerin Brigitte Knapp. Deren Geschichte erzählt von der Hoffnung zweier Frauen, die ein Schmuckstück verbindet: Auf der einen Seite ist die Produzentin des Schmuckstückes in Kolumbien, die mit dem Schmuck der Taguanuss ihren Lebensunterhalt verdient und auf der anderen Seite eine Käuferin in Südtirol.

Brigitte Gritsch von den Südtiroler Weltläden stellte die fünf Schmuckkollektionen aus Keramik (Kenia), aus Seidenraupenkokons (Kolumbien), aus der Capiz-Muschel (Philippinen), aus der Taguanuss (Kolumbien) und aus Straußeneiern (Südafrika) vor. Maya und Christine Dalvai untermalten die Veranstaltung musikalisch, Francesco Gianola vom Weltladen Bozen sprach von der Verantwortung jedes einzelnen.

Text mit „Hoffnung“

Schauspielerin Brigitte Knapp hat ihren Text mit „Hoffnung“ umschrieben: Da ist eine Frau in Kolumbien, die ums Überleben kämpft und mit dem Schmuck der Taguanuss ihrer Leidenschaft nachgehen und den Unterhalt der Familie verdienen kann. Gleichzeitig ist da eine Frau in Südtirol, die sich mit dem Kauf der Kette aus der Taguanuss innerlich rüstet, um ihren Mann im Krankenhaus zu besuchen. Er wurde nach einem schweren Autounfall operiert, Ausgang unsicher. Hoffnung verbindet die beiden Frauen. Francesco Gianola vom Weltladen Bozen betonte, dass alle ausgestellten Schmuckkollektionen der Vernissage in den 15 Südtiroler Weltläden erhältlich sind.

Nur informierte Menschen seien bewusste Menschen, sagte er. Brigitte Gritsch, Koordinatorin der Südtiroler Weltläden unterstrich, dass jeder Mensch täglich viele Entscheidungen treffe. Es sei in der Hand eines jeden Menschen, internationale Multis zu unterstützen oder kleinen Genossenschaften eine Chance zu geben: beim Essen oder bei der Mobilität, beim Einkauf von Lebensmitteln, von Kleidung oder eben auch von Schmuck. Es gehe beim fairen Handel nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit. Die Produzent*innen im Globalen Süden müssten fair bezahlt werden, damit sie von dem leben können, was sie erarbeiten.

5 Vernissagen

Bei der Kampagne „Schmuck im Schloss“ werden bei fünf Vernissagen im Juni und August fünf Schmuckkollektionen vorgestellt. Alle Ketten für Hals und Beine, alle Ringe für Finger und Ohren, alle Armreifen und -bänder in den Südtiroler Weltläden werden nachhaltig und aus natürlichen oder upcycelten Materialien produziert und sind fair gehandelt. Musik kam von Maya und Christine Dalvai an Querflöte und Cello. Eine Fotoausstellung von Simon Terzer rundete die Vernissage ab: Abgestimmt auf die Farben und Materialien der Herkunftsländer des Schmucks hat der Fotograf aus Bozen, der in Berlin lebt, Ketten, Ringe und Reifen in ein künstlerisches Licht gerückt. Erfrischend war auch der Aperitif mit fairen Produkten.

Die nächsten Vernissagen stehen am Freitag, 7. Juni um 18 Uhr in der Hofburg in Brixen und am Samstag, 8. Juni um 11 Uhr in der Landesfürstlichen Burg in Meran im Rahmen des Straßenkunstfestivals Asfaltart an. Die letzte Schmuckaktion findet am 10. August in Bruneck statt.

stol

 

 

stol