Mittwoch, 20. Juni 2018

Familientrennungen: Trump unbeeindruckt von Kritik

US-Präsident Donald Trump zeigt sich von der geballten Kritik im In- und Ausland an den Familientrennungen an der Grenze zu Mexiko weiter unbeeindruckt.

Donald Trump bekommt auch aus der eigenen Partei Kritik. - Foto: APA (Getty)
Donald Trump bekommt auch aus der eigenen Partei Kritik. - Foto: APA (Getty)

Wenn die Eltern für ihren illegalen Grenzübertritt belangt werden sollten, „dann muss man die Kinder wegnehmen”, sagte Trump am Dienstag in Washington. Die mexikanische Regierung verurteilte die Praxis als „grausam und unmenschlich”.

Trump wurde am Dienstagnachmittag (Ortszeit) zu Gesprächen über die Einwanderungsreform im US-Kongress erwartet. Die Familientrennungen werden nicht nur von den oppositionellen Demokraten, sondern auch vielen Republikanern kritisiert. Von zwei in den Reihen von Trumps Partei verfassten Gesetzesentwürfen sieht einer das Ende dieser Praxis vor. Abgestimmt werden könnte möglicherweise am Donnerstag.

Das Thema der Familientrennungen gewinnt durch die Kongresswahlen in viereinhalb Monaten an politischer Brisanz. Unter den Republikanern gibt es Sorgen, dass die rigorose Praxis ihren Wahlchancen schaden könnte. Große Teile der US-Öffentlichkeit sind durch die menschlichen Dramen, die sich an der Grenze abspielen, aufgerüttelt.

Bilder von verschreckten Kindern bei der Trennung von den Eltern zirkulieren in den Onlinenetzwerken und werden von US-Medien gezeigt. Die Plattform „ProPublica” veröffentlichte zudem eine Tonaufnahme heftig weinender Kinder von Einwanderern. „Mami! Ich will mit Papa mitgehen”, ist ein kleines Mädchen zu hören. Es weint so heftig, dass es kaum Luft holen kann. Ein anderes Mädchen schluchzt: „Ich will nicht von meinem Papa getrennt werden.”

Trump sendet in der Debatte unterschiedliche Signale aus. Einerseits sagt er, dass er die Familientrennungen nicht wolle, aber durch die Gesetzeslage dazu verpflichtet sei - doch gibt es kein Gesetz, das die Familientrennungen vorschreibt. Andererseits verteidigt der Präsident seine harte Linie. Dazu führt er auch Deutschland als warnendes Beispiel an - die Kriminalität sei dort infolge der Zuwanderung gestiegen, behauptet er.

apa/ag.

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stol