„Menschen reagieren auf Farben unmittelbar und emotional“, ist Matthias Sauerbruch überzeugt. Mit Ehefrau und Büro-Partnerin Louisa Hutton hat er Farbe als Material der Architektur neu definiert.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="977104_image" /></div> <BR /><BR />Sauerbruch wurde 1955 in Konstanz geboren und studierte von 1977 bis 1983 an der Hochschule der Künste in Berlin und dann in London. Anschließend war er bis 1989 Projektleiter bzw. Partner beim „Office for Metropolitan Architecture“ in London. Louisa Hutton stammt aus Norwich (geb. 1957) und absolvierte ihr Studium in Bristol und London. Von 1984 bis 1988 arbeitete sie bei „Alison+ Peter Smithson“ in London. 1989 gründeten die beiden das gemeinsame Büro „Sauerbruch Hutton“ in London, das mit dem ersten großen Wettbewerbserfolg, der Erweiterung und Sanierung der Hauptverwaltung der GSW, nach Berlin übersiedelte. <BR />Inzwischen widmet sich das Architektduo mit rund 100Mitarbeitern den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern und versucht dabei, immer wieder neue Wege einzuschlagen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="977107_image" /></div> <BR />Gestalterische Qualität drücken sie noch immer am liebsten in sorgfältig ausgewogenen Farbkonzepten und durchdachten Fassadengestaltungen aus. Die Fassade des GSW-Hochhauses in Berlin mit ihren drehbaren Sonnenschutzblenden in Abstufungen von Rot- und Orangetönen, die sich mit jedem Schritt verändernde Hülle aus farbig glasierten Keramikstäben vom Museum Brandhorst in München oder die rot, grau und weiß geflammten Keramikwände des M9-Museums in Mestre – die beiden haben in über 30 Jahren eine authentische architektonische Handschrift entwickelt, ohne sich wirklich selbst zu zitieren. Ihre oft auffälligen Fassaden sind nie reiner Dekor, sondern Zeichen einer farbigen Ästhetik, die aus der Funktion entsteht. Die intensive Auseinandersetzung mit Bauplatz, Umfeld, Geschichte und gesellschaftlichem Kontext bestimmt ihre Formen und Farben. Die Freude am sinnlichen Umgang mit Raum und Material, die Neugierde auf technische und räumliche Innovation und der verantwortungsbewusste Einsatz vorhandener Ressourcen jeder Art stehen im Fokus ihrer architektonischen Praxis. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="977110_image" /></div> <BR />Für Sauerbruch und Hutton gilt es, gestalterische Konsequenzen aus der Klimakrise zu ziehen. Die beiden machen sich stark für eine „Bauwende“, die architektonische Formfindung sollte auf die neuen Vorzeichen reagieren. <BR />Als Vorreiter begannen sie bereits in ihren Anfängen, den Energiebedarf von Gebäuden durch architektonische Maßnahmen zu drosseln, bemühten sich um energetische Optimierung von Haustechnik und lernten Baumaterialien bewusster auszuwählen. Neben der Verwendung von erneuerbarer oder recycelbarer Baustoffe bemühen sie sich inzwischen auch verstärkt um den Erhalt und die Anpassung von Bestandsgebäuden. Ihr Ziel: „Die Lebensqualität zukünftiger Nutzer und folgender Generationen zu erhöhen und zum Gelingen der Stadt und des öffentlichen Lebens beizutragen.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="977113_image" /></div> Beide hatten und haben diverse Lehrstühle inne, ihre Projekte wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.<BR />Zu ihren wichtigen Bauten zählen auch das Photonikzentrum in Berlin (1998), das Umweltbundesamt in Dessau (2005), die KfW-Westarkade in Frankfurt (2010), die Immanuelkirche mit Gemeindezentrum in Köln (2013), der Luisenblock in Berlin (2021) oder das Gebäude der „Médecins Sans Frontières“ in Genf (2022). <BR /><embed id="dtext86-62696437_gallery" /><BR /><BR /><BR />