<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Noch zwei Minuten, dann läutet die Glocke zur ersten Schulstunde. Während auf den Gängen emsiges Treiben herrscht, sind im hintersten Klassenzimmer bereits alle Bänke besetzt. Rund 20 Jugendliche sitzen mit angespannten Mienen auf ihren Stühlen und blättern eifrig in Büchern, Heften und Ordnern. Nun zählt jede Sekunde. <BR /><BR />Hier ein Zitat, dort ein Name und dazwischen immer wieder eine Jahreszahl – je mehr Wissen jetzt noch gefestigt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, später einen vermeidbaren Fehler zu machen. Einen, der nichts weiter bringt als die Häme der Mitschüler, einen, der das Selbstbewusstsein schlagartig noch weiter in den Keller befördert. <BR /><BR />Fehler werden in unserer Gesellschaft selten gerne gesehen. Sie kosten – manchmal Zeit, manchmal Kraft, in manchen Fällen sogar Geld. Schon als Kinder lernen wir deshalb, sie möglichst zu vermeiden. Die beste Note bekommt, wer in der Prüfung die meisten Fragen richtig beantwortet.<BR /><BR /> Den Wettbewerb gewinnt, wer die beste Arbeit einreicht, und wer im Fußballtraining durch korrekte Umsetzung der Traineranweisungen glänzt, darf sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Einsatz im nächsten Spiel freuen. Diejenigen, die hinter den Erwartungen zurückbleiben, ereilt hingegen ein weniger erfreuliches Schicksal. Sie werden als Verlierer abgestempelt und an den Rand gedrängt. Und mit jedem Mal verlernen sie etwas mehr, an sich selbst zu glauben.<h3> Auf Umwegen zum Ziel</h3>Notwendig wäre dies nicht. Im Gegenteil. Denn entgegen der allgemein verbreiteten Auffassung sind Fehler kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Stütze auf dem Weg hin zu noch größerem Wachstum. Denn woran sollen wir erkennen, in welchen Bereichen wir uns weiterentwickeln und wo wir noch mehr dazulernen dürfen, wenn nicht an unseren Fehlern?<BR /><BR /> Solange alles glatt und perfekt läuft, gibt es keinen Anlass, sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Wir marschieren gerade durch – in vielen Fällen, ohne unsere eigenen blinden Flecken zu kennen. Erst wenn plötzlich etwas schiefläuft, werden wir aufgefordert, genauer hinzusehen. Und darin liegt eine große Chance. <BR /><BR />Genau genommen sind Fehler also nichts weniger als eine Kraftquelle. Sie geben uns Anlass zu Kreativität und lösungsorientiertem Handeln. Wenn etwas nicht gelingt, so sind wir eingeladen, nach anderen, effizienteren Möglichkeiten zu suchen, um an unser Ziel zu gelangen.<BR /><BR /> Nicht selten entwickeln sich daraus grandiose Ideen und manche Menschen verstehen dadurch, was wirklich in ihnen steckt. Wie vielfältig und bunt die Welt sein kann, sehen wir nämlich erst, wenn wir uns auf neue Pfade begeben.<BR /><h3> Zur Person</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.