Rund 70 Angestellte hat Felizitas Wieser in ihrer Rolle als Verantwortliche der Personalabteilung des Tiefbauunternehmens Karl Wieser OHG zu betreuen. Allerdings sind Bewerbungsgespräche oder Gehaltsverhandlungen nur Teilbereiche ihres Jobs, denn als Mitglied der Geschäftsleitung der gutgehenden Baufirma, die 1964 von ihrem Opa gegründet wurde, gibt es viele Dinge, um die sich die 30-Jährige zu kümmern hat: Marketing, administrative Aufgaben, der Funkdienst und zuweilen die Begleitung von Sondertransporten. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1154223_image" /></div> <BR />Felizitas Wieser ist im elterlichen Betrieb aufgewachsen und gleich nach Abschluss der Oberschule für Wirtschaft und Tourismus in Sand in Taufers 19-jährig eingestiegen. Berührungsängste mit den schweren Baumaschinen oder mit den technischen Fragestellungen hatte sie nie, im Gegenteil: Schon als Kind spielte sie mit Autos statt mit Puppen. <BR /><BR /> So verwundert es auch nicht, wenn sie demnächst die Sprengprüfung machen wird und sich auf die künftige Leitung des Unternehmens vorbereitet. Sie sagt: „Derzeit hat es oberste Priorität, den Generationswechsel bestmöglich zu planen, denn ich möchte sicherstellen, dass unser Unternehmen auch unter meiner Führung erfolgreich bleibt.“ Man merkt schnell: Dieser Frau mangelt es nicht an klaren Vorstellungen und Entschlossenheit. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1154226_image" /></div> <h3> Authentisch weiblich bleiben</h3>Ungeachtet dessen legt sie auch großen Wert darauf, sich in dieser ausgewiesenen Männerdomäne ihre Weiblichkeit zu bewahren. Dazu gehören für die 30-Jährige einerseits ein ansprechendes Erscheinungsbild mit passendem Styling und Auftreten, andererseits sehr wohl auch ihre persönlichen weiblichen Stärken, so etwa Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Organisationstalent. <BR /><BR />„Mir ist es wichtig, authentisch weiblich zu bleiben, weshalb ich keine spezifische Rolle erfülle“, meint sie dazu. Als Frau, die technische Entscheidungen zu treffen hat, werde man oft unterschätzt oder belächelt, typische Geschlechter-Stereotype seien noch deutlich zu vernehmen. Umso mehr müsse man beweisen, was man tatsächlich „auf dem Kasten hat“. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1154229_image" /></div> <BR /><BR />Wohl gerade vor diesem Hintergrund darf man ihr ehrenamtliches Engagement in der Bauwirtschaft werten. Vor knapp zwei Jahren hatte sie die Idee zu einem Netzwerk für Frauen in dieser männerlastigen Branche, mit weiteren Mitstreiterinnen und Unterstützung des Südtiroler Baukollegiums entstand die Initiative „She Builds“, was sich mit „Sie baut“ übersetzen lässt.<h3> Frauen in der Bauwirtschaft</h3>„Gerade in technischen Bereichen haben Frauen ein enormes Potenzial“, zeigt sich die 30-jährige Pustererin überzeugt, „um es zu fördern, braucht es einfach mehr Vorbilder, Mutmacherinnen und ein starkes Netzwerk.“ Es gehe um erhöhte Sichtbarkeit, um Austausch und um Weiterbildung, betont Felizitas Wieser, die Vorsitzende des Netzwerks. Derzeit arbeiten in Südtirol bereits mehr als 150 Frauen auf Baustellen, weitere 1.000 sind in den dazugehörigen administrativen Bereichen beschäftigt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1154232_image" /></div> <h3> Herzensprojekt Glampingplatz</h3>Davon abgesehen gibt es noch ein weiteres Herzensprojekt der Nimmermüden – den Glampingplatz „Såndgøld“ in Sand in Taufers. Glamping kann man als glamouröses Camping bezeichnen, also Camping mit reichlich Komfort und einer Prise Luxus. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69484450_listbox" /><BR /><BR />„Mein Bruder Benedikt und ich haben in nur fünf Monaten Bauzeit diesen Platz aufgebaut und dabei unheimlich viel gelernt“, erörtert die 30-Jährige das Projekt, das mittlerweile auf einem Hektar Fläche 50 Stellplätze, acht stylische Chalets auf Pfählen und als Herzstück ein Bistro mit großer Glasfassade und einer Kaminlounge umfasst. Außerdem übernahmen die beiden Geschwister die Leitung der Saunalandschaft Cascade und des dazugehörigen Naturbadeteichs.<h3> Das Eigenheim muss warten</h3>Man kann sich gut vorstellen, dass Felizitas Wieser ihre wenige Freizeit der Familie widmet. Oft und gerne geht es dann mit Ehemann Andreas Kaiser, der als Bauleiter im elterlichen Betrieb beschäftigt ist, und den beiden Kindern zum Wandern oder Skifahren. Die Zeit mit der Familie erinnere sie immer wieder daran, worauf es wirklich ankommt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1154235_image" /></div> <BR />Darüber hinaus kocht sie gerne und mag es, hin und wieder die Gastgeberin zu spielen: „Mit der Familie oder Freunden einfach zusammensitzen, gutes Essen genießen und gute Gespräche führen – was will man mehr?“ Zwischendurch darf es auch ein Spaziergang im Wald sein, frische Luft wirke einfach Wunder. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1154238_image" /></div> <BR />Als persönlichen Traum bezeichnet sie die Verwirklichung eines Eigenheims, ein Traum, der sich vorläufig gedulden müsse. Dafür hat sie mehrere andere Projekte bereits verwirklicht. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69484409_listbox" />