Dienstag, 02. Mai 2017

Fessel mich…

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…sagt der Zuhörer zu uns als Redner. „Floskeln und Einheitsbrei habe ich schon zu oft gehört.“ Es braucht Salz in unserer Redesuppe. Untersuchungen zeigen ganz klar: Wir bewerten eine langweilige Rede als schlecht und einen unterhaltsamen Vortrag als gut.

Natürlich ist nicht jeder ein geborener Unterhalter. Aber mit ein paar einfachen Tipps schaffen auch Sie es, Ihre Reden spannend zu inszenieren und so aus den ganzen 08/15 Brei hervorzustechen.

Tipp 1: Am Anfang ist das Schweigen
Bevor Sie starten holen Sie sich die Aufmerksamkeit Ihres Publikums durch Schweigen. Brust heraus, Schultern zurück und der Blick in die Runde. Irgendwann wird es dann still im Raum. Sie warten noch einmal ein paar Sekunden, um die Spannung zu steigern. Erst dann legen Sie los.

Tipp 2: Beginnen Sie außergewöhnlich
„Ich bedanke mich für Ihr Kommen und möchte Sie herzlich begrüßen“. Das ist der Anfang von 90% aller Reden und dementsprechend durchschnittlich. In den ersten Sekunden entscheidet der Zuhörer, wie viel Prozent seiner Aufmerksamkeit er Ihnen schenkt. Um sich vom Durchschnitt abzuheben, müssen Sie anders anfangen. Mit einem Zitat, einer Geschichte, einer Frage oder einem Schlagsatz (zB Fessel mich)

Tipp 3: Sprechen Sie in kurzen Sätzen!
Der häufigste Sprechfehler ist, dass wir auch bei Aussagen mit der Stimme oben bleiben.Somit können wir keine Pausen machen und verstricken uns in langen Sätzen, die dann mit „uuund“, „ähhm“ oder „ähhh“ verbunden werden müssen. Ihren Zuhörer geht es übrigens ähnlich. Solange Sie keinen Punkt sprechen, müssen Ihre Zuhörer die Spannung oben halten und können das Gehörte nicht verarbeiten. Irgendwann wird das zu viel und sie steigen aus. Also runter mit der Stimme und kommen Sie zum Punkt.

Tipp 4: Machen Sie lange Pausen
Wenn Sie Ihr Publikum pausenlos zu texten bringen Sie Ihre PS nicht auf den Boden und die Reifen drehen durch. Machen Sie gezielt lange Pausen (3-5 Sekunden) nach bedeutsamen Sätzen. So erzeugen Sie den Echoeffekt und der Inhalt wirkt doppelt und dreifach nach. Außerdem können Ihre Zuhörer so über das Gesagte erst "nach-denken".

Tipp 5: Würzen Sie mit Wortbilder, Vergleichen und Beispielen
„Von Salz und Witz ist zu wenig und zu viel nichts nütz.“ Die Stimulanz ist das Salz in der Redesuppe. Zuviel davon und unsere Rede ist versalzen. Dies ist in der Praxis aber sehr selten. Zuwenig Salz und unsere Suppe schmeckt fad und nichtssagend. Das wiederrum passiert in der Praxis sehr häufig. Also aktivieren Sie Ihre Kreativität. Und: Je trockener das Thema, desto mehr Stimulanz braucht es.

Tipp 6: Schließen Sie effektvoll
„Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!“ Langweiliger geht es nicht mehr. Wer sollte hier eigentlich wem danken? Stattdessen überlegen Sie sich einen außergewöhnlichen Schluss. Kommen Sie zum Anfang zurück, bieten Sie eine Frage oder ein Zitat. Denn was am Ende steht, bleibt von Ihrer Rede hängen. So hinterlassen Sie nach Ihrem Abgang von der Bühne einen starken Eindruck
"Wenn Sie nichts zu sagen haben, halten Sie besser die Klappe. Aber wenn Sie etwas zu sagen haben, tun Sie es mit Liebe und Leidenschaft."

Mehr Tipps und das passende Training dazu erhalten Sie im Lehrgang für POWER Rhetorik, der am 20. Oktober in Bozen startet.

Alle Infos und Termine gibt es unter www.comment.at

stol