Samstag, 10. März 2018

Florenz: Demonstration nach Tötung eines Senegalesen

Afrikanische Migranten und Mitglieder von Anti-Rassismus-Verbänden haben sich am Samstagnachmittag in Florenz an einer Protestkundgebung beteiligt. Dazu hatte die senegalesische Gemeinschaft von Florenz aufgerufen, nachdem ein italienischer Pensionist am Montag auf offener Straße einen Senegalesen erschossen hatte.

Am Montag war ein Afrikaner von einem italienischem Pensionisten auf offener Straße erschossen worden.
Am Montag war ein Afrikaner von einem italienischem Pensionisten auf offener Straße erschossen worden. - Foto: © shutterstock

Der Täter berichtete, er hätte sich das Leben nehmen wollen, habe dann stattdessen aber begonnen, auf der Straße auf Menschen zu feuern. Den Senegalesen habe er nur zufällig getroffen, sagte er. Der Fall löste Bestürzung in der afrikanischen Gemeinschaft aus.

2011 hatte ein Rechtsextremist in Florenz auf einem Platz zwei senegalesische Straßenhändler erschossen und drei weitere Menschen verletzt.

Imam nimmt an Demonstration teil

An der Demonstration am Samstag beteiligte sich auch der Imam von Florenz. „Wir demonstrieren gegen die Gleichgültigkeit. Wir sind alle Florentiner. Der Mörder hat uns alle zutiefst getroffen“, sagte der Imam von Florenz, Izzedin Elzir. Eine Anti-Rassismus-Demonstration fand am Samstag auch in Neapel statt.

Nardella kondoliert der Witwe des Opfers

Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, kondolierte der Witwe des Opfers. Dies ist schon die zweite große Tragödie in ihrem Leben. Ihr erster Ehemann war eines der Opfer der Schussattacke 2011. „Warum sind wir Senegalesen immer im Visier? Jetzt habe ich sogar Angst, allein auf die Straße zu gehen“, betonte die Witwe.

Fall erinnert an Schützen von Macerata

Der Fall erinnert an den Schützen von Macerata, der Anfang Februar auf offener Straße sechs afrikanische Migranten angeschossen und verletzt hat. Der 28-jährige Italiener mit rechtsextremen Sympathien wollte den Tod einer 18-jährigen Italienerin rächen, deren Leiche von einem nigerianischen Migranten zerstückelt worden sein soll.

Im Fall von Florenz gebe es keinen rassistischen Hintergrund, betonte die Polizei.

apa

stol