Mittwoch, 02. September 2015

Flüchtlinge demonstrierten am Budapester Ostbahnhof

Am Budapester Ostbahnhof haben am Dienstagabend Flüchtlinge demonstriert, schreibt die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Grund der Protestaktion ist die Verbannung der Migranten aus dem Bahnhofsgebäude seit Dienstag früh. Inzwischen spitzt sich auch in Deutschland die Lage zu, wo in diesem Jahr mit insgesamt 800.000 Asylbewerber gerechnet wird.

Viele Flüchtlinge suchen in Budapest inzwischen Zuflucht in U-Bahn-Stationen.
Viele Flüchtlinge suchen in Budapest inzwischen Zuflucht in U-Bahn-Stationen. - Foto: © LaPresse

Während sie am Montag noch Züge in den Westen besteigen konnten, wurden sie am Dienstag von der Polizei aus dem Bahnhof gedrängt. 

Neue Flüchtlingszüge nach Bayern 

Trotz der vorübergehenden Totalsperrung des Ostbahnhofs in Budapest hat sich in Deutschland die Lage im Flüchtlingsdrama nur leicht entspannt. In Bayern kamen weitere 2500 Migranten an. Insgesamt waren es seit Wochenbeginn fast 4300 Menschen.

Zigtausende weitere Flüchtlinge warten in Ungarn und auf dem Balkan auf eine Möglichkeit zur Weiterreise in den Westen.

Dramatisch bleibt die Lage auch in Griechenland, wo immer neue Migranten mit Booten aus der Türkei eintreffen.

Deutscher Innenausschuss berät über Flüchtlingssituation

Der Innenausschuss des Bundestages berät am Mittwoch in einer Sondersitzung über den Umgang mit der rasant wachsenden Zahl an Flüchtlingen in Deutschland. Erwartet wird dazu auch Innenminister Thomas de Maizière.

Der Bund rechnet in diesem Jahr mit insgesamt rund 800.000 Asylbewerbern. Das wären viermal so viele wie im vergangenen Jahr. Flüchtlingsunterkünfte sind überfüllt, Behörden überlastet.

Auch die gesellschaftlichen Spannungen nehmen zu: Die Zahl rechter Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte und Angriffe auf Asylbewerberheime ist im laufenden Jahr sprunghaft gestiegen.

apa/dpa

stol