Donnerstag, 21. Mai 2015

Flüchtlinge im Mittelmeer – MSF: 1.800 Menschen seit Mai gerettet

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist aktuell auf zwei Schiffen im Mittelmeer südlich von Sizilien aktiv, um in Seenot geratene Bootsflüchtlinge zu bergen und medizinisch zu versorgen.

Foto: © LaPresse

Seit 2. Mai wurden dabei 1.800 Menschen gerettet. „Die Flucht über das Mittelmeer stellt eine tödliche Gefahr dar“, sagte der Präsident von Ärzte ohne Grenzen Österreich, Reinhard Dörflinger, am Donnerstag.

„Wir können nicht an der Küste stehen und zusehen, wie die Leichen an Land gebracht werden“, meinte Dörflinger bei der Präsentation des Jahresberichts 2014 in Wien. „Wir sehen deutlich, dass die restriktive EU-Flüchtlingspolitik die Menschen auf immer gefährlichere Fluchtrouten treibt. Derzeit gibt es für Menschen, die vor Krieg und Bedrohung flüchten, keinen legalen Weg, in Europa um Schutz anzusuchen.“ Ärzte ohne Grenzen (Medecins Sans Frontieres/MSF) fordert humane Aufnahmebedingungen an den Grenzen Europas und sichere und legale Wege für die Asylstellung.

26.000 Flüchtlinge wurden 2014 von Ärzte ohne Grenzen bei ihrer Ankunft medizinisch erstuntersucht. Auch der psychologische Status würde erhoben. Viele der Ankommenden seien durch die Zustände in ihrem Herkunftsland und die Überfahrt traumatisiert. „Das ist ein neuer und ungewöhnlicher Einsatz für uns“, kommentierte Irene Jancsy, Leiterin der Kommunikationsabteilung der Hilfsorganisation.

Der Sicherheitsaspekt stehe bei der politischen Debatte aktuell stark im Vordergrund, es brauche einen „humaneren Zugang“, meinte Stefano Di Carlo, Leiter der MSF-Mission in Italien über Videoschaltung aus der sizilianischen Stadt Pozzallo. Die Standards müssten verbessert werden. Der EU-Militäreinsatz gegen Flüchtlingsboote löse nicht das Hauptproblem, sondern verschiebe lediglich die Entscheidung über eine politische Lösung.

apa

stol