Mittwoch, 30. August 2017

Flüchtlinge: Italienischer Innenminister befürchtet Massenproteste

Der italienische Innenminister Marco Minniti hat wegen der enormen Zahl an Ankünften von Migranten in Italien in den vergangenen Monaten und darauffolgender Proteste um den „demokratischen Zusammenhalt“ seines Landes gefürchtet. Dies berichten italienische Medien.

Um die Migrationswelle nach Italien zu stoppen, will Minniti den Dialog mit den Bürgermeistern der größten libyschen Städte fördern.
Um die Migrationswelle nach Italien zu stoppen, will Minniti den Dialog mit den Bürgermeistern der größten libyschen Städte fördern. - Foto: © LaPresse

„Angesichts der Barrikaden, angesichts der Ankunft tausender Ausländer und angesichts der Bürgermeister-Proteste habe ich begriffen, dass wir den Migrationsstrom sofort in den Griff bekommen mussten, und wir haben es getan“, wird Minniti zitiert.

Investitionen in Höhe von mindestens sechs Milliarden Euro notwendig

„Italien hat in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle gespielt. Bei dem Gipfeltreffen in Paris ist dies begriffen worden. Unsere Arbeit ist gelobt worden“, sagte Minniti. Um den Flüchtlingsandrang von Libyen nach Italien zu stoppen, sind laut Minniti Investitionen in Höhe von mindestens sechs Milliarden Euro notwendig. Dies sei auch der Betrag, den die EU für die sogenannte Schließung der Balkan-Route ausgegeben habe.

Minniti will Dialog mit Libyen fördern

Um die Migrationswelle nach Italien zu stoppen, will Minniti den Dialog mit den Bürgermeistern der größten libyschen Städte, die er am Montag in Rom empfangen hatte, fördern. „Die libyschen Bürgermeister sind unsere wichtigsten Verbündeten“, stellte der Innenminister fest.

Italien hat sich zur Umsetzung einer Reihe von Großprojekten in libyschen Städten verpflichtet, um die Entwicklung des Krisenlandes zu fördern. 170 Millionen Euro will Rom für Schulen, Krankenhäuser, Strom- und Wasserleitungen lockermachen.

apa

stol