Dienstag, 26. September 2017

Flüchtlinge: Minniti fordert kräftige EU-Investitionen

Die libysche Küstenwache hat in den ersten acht Monaten diesen Jahres rund 16.000 Migranten im Mittelmeer gerettet. Das berichtete der italienische Innenminister Marco Minniti am Montagabend im sizilianischen Catania am Rande einer Buchpräsentation.

Marco Minniti fordert kräftige EU-Investitionen in Afrika.
Marco Minniti fordert kräftige EU-Investitionen in Afrika. - Foto: © LaPresse

Minniti drängte darauf, dass die EU in Afrika denselben Betrag investiere, den sie für die Schließung der sogenannten Balkanroute ausgegeben habe. „In diesen Jahren war der Menschenhandel in Libyen ein teuflischer Wirtschaftssektor, der hohe Umsätze generiert hat. Wenn man die Menschenhändler besiegen will, muss man eine saubere und transparente Wirtschaft aufbauen“, so Minniti im Gespräch mit Journalisten.

Italien hat ein Abkommen mit Libyen zur Ausbildung von Mitgliedern der Küstenwache unterzeichnet; diese Zusammenarbeit zeige bereits Resultate. So sei die Zahl der Ankünfte von Flüchtlingen in Süditalien seit Juli stark zurückgegangen. Dies sei auch der Kooperation zu verdanken, die Italien mit 14 Bürgermeistern libyscher Städte eingegangen sei, so der Minister.

„Die Bürgermeister helfen uns bei der Bekämpfung des Menschenhandels und wir helfen ihnen bei der Umsetzung eines positiven Entwicklungsprojekts für Libyen“, betonte Minniti. Italien wolle in Libyen Krankenhäuser und Schulen errichten, wobei die Zusammenarbeit mit den dortigen Bürgermeistern besonders wichtig sei.

apa

stol