Dienstag, 06. Dezember 2016

Flüchtlinge: Platter sieht bei Zugkontrollen Italien in der Pflicht

Nach dem Tod von zwei Flüchtlingen auf einem Güterzug in Wörgl hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter nun Italien bei den Kontrollen in die Pflicht genommen. „Italien muss rechtzeitig die Güterzüge kontrollieren“, hat der Landeshauptmann bei der Regierungspressekonferenz am Dienstag in Innsbruck gefordert. Das Grenzmanagement am Brenner soll vorerst aber noch nicht hochgefahren werden.

Nach dem Tod von zwei Flüchtlingen auf einem Güterzug in Wörgl hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter nun Italien bei den Kontrollen in die Pflicht genommen
Nach dem Tod von zwei Flüchtlingen auf einem Güterzug in Wörgl hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter nun Italien bei den Kontrollen in die Pflicht genommen - Foto: © D

Die Lage am Brenner habe sich nicht verändert, man werde aber nach wie vor sehr wachsam sein. Wenn sich die Situation ändere, werde er jedenfalls nicht davor zurückschrecken, die Forderung an das Innenministerium zu erheben, das Grenzmanagement zu starten, teilte Platter der APA. Die letztendliche Entscheidung liege aber beim Ministerium.

Züge bereits früher kontrollieren

Bei der Kontrolle der Güterzüge müsse Italien aber seinen Beitrag leisten, so der Landeshauptmann. Er forderte Kontrollen bereits südlich des Brenners, um einen Rückstau des Güterverkehrs am Brenner zu verhindern. Die Züge sollten bereits im Ausgangsbahnhof oder bei etwaigen Zwischenstopps möglichst umfassend unter die Lupe genommen werden. In Nordtirol würden die Züge bereits am Frachtenbahnhof Innsbruck und am Terminal der sogenannten „Rollenden Landstraße“ (RoLa), die Lkw auf der Schiene transportiert, in Wörgl durchsucht werden.

Platter bedauert Vorfall

Platter strich die Notwendigkeit einer engen Kooperation der österreichischen mit der italienischen Polizei bei der Kontrolle der Güterzüge hervor. Was aber auf europäischer Ebene nicht gelinge, müssten die Nationalstaaten selbst in die Hand nehmen, meinte der Landeshauptmann, der seinem Bedauern über den Vorfall in Wörgl Ausdruck verlieh.

Auch Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe zeigte sich von der Flüchtlingstragödie betroffen. Felipe ortete bereits einen guten Austausch und Dialog mit den italienischen Behörden: „Es braucht die Kooperation“.

apa

stol