Mittwoch, 06. Januar 2016

Flüchtlinge: Rom klagt über Prozeduren bei Umverteilung

Die italienische Regierung hat das Verfahren zur Umverteilung von Flüchtlingen aus Italien in andere Länder kritisiert.

Foto: © APA

 „Die Prozedur ist zu kompliziert“, sagte der für Migrationsfragen zuständige Präfekt Mario Morcone gegenüber der Tageszeitung „La Repubblica“ (Mittwoch). Die Informationen, die für die Umverteilung eines Flüchtlings notwendig seien, seien nur „schwer zu erhalten“.

Nach den Anschlägen in Paris am 13. November hätten mehrere EU-Länder wie Spanien, die Niederlanden, Frankreich und skandinavische Länder, die sich anfangs zur Flüchtlingsaufnahme bereit erklärt hatten, stark gebremst, klagte Morcone.

Problematisch sei auch, dass die Umverteilung lediglich Flüchtlinge aus Eritrea, Syrer und Iraker betreffe. „Wir fordern, dass das Umverteilungsprogramm auch auf Flüchtlinge anderer Länder wie Afghanistan erweitert wird.“

Insgesamt sieht das von der EU im September beschlossene Abkommen eine Umverteilung von 160.000 Flüchtlingen aus Italien und Griechenland vor. Demnach sollten rund 80 Flüchtlinge pro Tag aus Italien in andere Länder gebracht werden. Bis Ende dieser Woche werden jedoch erst 240 Flüchtlinge abgereist sein. Italien versorgt zur Zeit 103.792 Flüchtlinge.

apa

stol