Montag, 05. Dezember 2016

Flüchtlinge: UNO fordert koordinierte EU-Notfallplanung

Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hat die Europäische Union zu verstärktem Schutz für Flüchtlinge aufgerufen.

In einem der EU vorgelegten Dokument forderte UNHCR laut einer Aussendung von Montag eine Reform des weltweiten Engagements Europas, eine koordinierte EU-Notfallplanung im Fall eines Flüchtlingsansturms und eine Reform des Asylsystems.

Zu den Hauptvorschlägen zählen gezielte Maßnahmen, etwa der Ausbau sicherer Wege für Flüchtlinge nach Europa und die Einführung eines vereinfachten und effizienteren Asylsystems.

Viele Reformvorschläge

Andere Reformvorschläge betreffen ein gemeinsames EU-weites Registrierungssystem, eine Priorisierung der Familienzusammenführung, einen Verteilungsmechanismus für belastete EU-Mitgliedstaaten, sowie ein effizientes Rückführungssystem. Weiter sollen EU-Mitgliedstaaten Integrationsangebote vereinheitlichen und die Integration am Arbeitsmarkt und über Sprachkurse verstärken.

Diese Maßnahmen sollen langfristig das öffentliche und politische Vertrauen in der Flüchtlingsfrage wiederherstellen. „Es ist wichtig, dass die EU-Mitgliedstaaten durch gemeinsames Handeln zeigen, dass Europa fähig ist, sich effektiv und auf grundsätzliche Weise Flüchtlingsbewegungen zu widmen“, erklärte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, am Montag in Brüssel.

„Europa hat es vergangenes Jahr verabsäumt, eine gemeinsame Antwort auf die Herausforderungen angesichts der Ankunft von über einer Million Flüchtlingen und Migranten zu geben“, sagte Grandi.

Diese Versäumnisse führten zu chaotischen Szenen an den Grenzen, die in einem Vertrauensverlust in die Regierung mündete und jenen in die Hände spielte, die Flüchtlinge zu Sündenböcken machen, betonte der UNO-Diplomat.

apa/dpa

stol