Mittwoch, 22. April 2015

Flüchtlingsdrama – Erdogan verurteilt Flüchtlingspolitik der EU

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den EU-Staaten eine verantwortungslose Flüchtlingspolitik vorgeworfen.

Recep Tayyip Erdogan
Recep Tayyip Erdogan - Foto: © APA/AP

Die Passagiere der Flüchtlingsboote würden bei ihrer gefährlichen Fahrt über das Mittelmeer „dem Tod überlassen“, sagte Erdogan am Mittwoch mit Blick auf die tödlichen Schiffsunglücke an den Küsten Europas. „Ich verurteile die Politik des Westens.“

„Wenn diese Menschen in den Staaten Europas Zuflucht suchen, nachdem sie aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, wie kann der Ansatz verfolgt werden, die Boote sinken und die Menschen dem Tod zu überlassen?“, fragte Erdogan am Rande eines Treffens mit seinem irakischen Kollegen Fouad Masoum in Ankara.

Es sei nicht hinzunehmen, dass Europa sich abschotte, während die Türkei beinahe zwei Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen habe, sagte Erdogan.

Sein Land betrachte die Aufnahme dieser Menschen als „eine humanitäre Pflicht“. Die Türkei hat die EU und andere westliche Staaten schon mehrfach vorgeworfen, keinen angemessenen Beitrag zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zu leisten. Ankara habe stattdessen die mehrere Milliarden Euro teure Versorgung der Flüchtlinge weitgehend allein zu stemmen.

apa/dpa

stol