Dienstag, 28. April 2015

Flüchtlingsdrama: Italien will Zahl der Unterkünfte verdoppeln

Angesichts der Flüchtlingswelle aus Nordafrika bemüht sich Italien, die Zahl der Unterkünfte für Asylsuchende aufzustocken. 40.000 Plätze sollen für Flüchtlinge in den italienischen Gemeinden aufgetrieben werden, das sind 20.000 mehr als bisher geplant.

Foto: © LaPresse

Die Gemeindevereinigung ANCI und das Innenministerium verhandeln, um Pfarren, Schulen und Sporthallen für Asylsuchende zur Verfügung zu stellen. Nach den massiven Flüchtlingsankünften der vergangenen Wochen sind alle Flüchtlingseinrichtungen heillos überfüllt.

Das Innenministerium, das im Gesamtjahr 2015 mit 200.000 Migranten rechnet, macht Druck auf die Gemeinden, um Lösungen für die Flüchtlinge zu finden. Derzeit halten sich circa 70.000 Migranten in Italien auf.

Leer stehende Kasernen nutzen 

Der Präsident des ANCI-Verbands, der Turiner Bürgermeister Piero Fassino, meinte, man müsse verstärkt leer stehende Kasernen in Flüchtlingseinrichtungen umwandeln. Viele Bürgermeister befürchten jedoch, dass diese zu permanenten Flüchtlingslagern werden könnten. Am 7. Mai ist ein Treffen zwischen Innenminister Angelino Alfano und den Vertretern von Regionen und Kommunen geplant, bei dem weitere Beschlüsse zur Migrantenversorgung ergriffen werden sollen.

Der Innenminister hatte sich zuletzt für eine faire Lastenverteilung der Flüchtlingsversorgung innerhalb Italiens ausgesprochen. „Sizilien, wo 90 Prozent der Flüchtlinge landen, kann nicht mehr als 20 Prozent der Migranten aufnehmen“, sagte der Minister.

apa

stol