Donnerstag, 01. Oktober 2015

Flüchtlingskrise: UN-Chef Ban fordert „globale Solidarität“

Die Flüchtlingskrise ist von globaler Dimension und kann nur gemeinsam gelöst werden – da sind sich die Teilnehmer einer von UN-Chef Ban einberufenen Sondersitzung einig. Einen konkreten Plan gibt es aber nicht – und Ungarn funkt schon wieder dazwischen.

Ban Ki Moon - Archivbild
Ban Ki Moon - Archivbild - Foto: © APA/AP

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat angesichts der Flüchtlingskrise zu einer weltweiten Kraftanstrengung aufgerufen. „Wenn wir globale Solidarität haben, dann können wir diese tragischen Szenen überwinden“, sagte Ban am Mittwoch in New York bei einer Sondersitzung am Rande der UN-Vollversammlung.

Die einzige Chance zur Lösung der Krise liege in „globaler Zusammenarbeit“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. „Europa fühlt sich bei diesem Thema unter Druck.“ Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras rief zu „mehr europäischer Kooperation“ auf. „Wir können es schaffen, wenn wir zusammenhalten“, mahnte der österreichische Präsident Heinz Fischer.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, der wegen seiner harten Haltung in der Flüchtlingspolitik seit Wochen in der Kritik steht, warnte dagegen erneut vor einer Destabilisierung Europas durch den anhaltenden Zustrom von Flüchtlingen. „Europa wird nicht in der Lage sein, diese Last alleine zu tragen. Wenn die Situation sich nicht ändert, dann wird Europa destabilisiert.“

Auch sein Land habe „tief empfundenes Mitleid“ für die Menschen, die ihre Heimat verließen, fügte Orban an. „Es ist unsere moralische Verpflichtung, diesen Menschen ihre Heimat und ihre Länder wiederzugeben. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, ihnen ein neues, europäisches Leben zu geben.“

dpa

stol