Sonntag, 07. Mai 2017

Frankreich-Wahl: Macron liegt laut belgischen Umfragen klar vorn

Europa zittert um Frankreichs politische Zukunft. Der Favorit Macron liegt laut nicht-offiziellen Umfragen vorn. Falls er gewinnt, warten riesige Herausforderungen auf den 39 Jahre alten Senkrechtstarter.

Im nordfranzösischen Le Touquet, wo Emmanuel Macron seine Stimme abgegeben hat, wurde er beinahe schon wie der Wahlsieger gefeiert.
Im nordfranzösischen Le Touquet, wo Emmanuel Macron seine Stimme abgegeben hat, wurde er beinahe schon wie der Wahlsieger gefeiert. - Foto: © LaPresse

Der Pro-Europäer Emmanuel Macron liegt bei der französischen Präsidentenwahl laut Umfragen klar vorn. Belgischen Medienberichten zufolge sehen mehrere Meinungsforschungsinstitute den Mitte-Links-Kandidaten mit mehr als 60 Prozent in Führung. Er würde damit deutlich vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen liegen, meldeten die Brüsseler Zeitung „Le Soir“ und der belgische Rundfunksender RTBF am Sonntagnachmittag.

Es handele sich um Umfragen vom Wahltag, aber nicht um Hochrechnungen. Wie und von welchem Institut die Befragungen durchgeführt wurden und wie viele Menschen daran teilnahmen, schrieb „Le Soir“ nicht. Der Sender RTBF zitierte eine Prognose, wonach Macron 62 bis 64 Prozent erreichen könnte.

Macron (39) wäre Frankreichs jüngster Präsident aller Zeiten

Der für seine Bewegung „En Marche!“ antretende Macron galt schon vor dem Endduell als klarer Favorit der europaweit mit großer Spannung verfolgten Wahl. Er wäre mit 39 Jahren der jüngste französische Präsident aller Zeiten.

Die Front-National-Politikerin Le Pen verfolgt einen Anti-Europa-Kurs, der von vielen als gefährlich kritisiert wird. So will sie den Euro als gängiges Zahlungsmittel abschaffen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft Frankreichs ansetzen, falls sie Präsidentin wird.

Der frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker Macron gilt hingegen als Hoffnungsträger der Pro-Europäer. Er will die französische Wirtschaft mit Reformen wettbewerbsfähiger machen, damit sich sein Land in der Globalisierung besser behaupten kann.

Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Innenministeriums bis zum späten Nachmittag (17 Uhr) bei 65,3 Prozent. Das waren mehr als vier Punkte weniger als bei der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen um dieselbe Zeit.

Umfragen in Frankreich während Wahlgang verboten

Beim ersten Durchgang der Präsidentenwahl hatten von belgischen Medien verbreitete Umfragen die Trends relativ gut vorhergesagt. Die Veröffentlichung von Umfragewerten und Teilergebnissen ist in Frankreich untersagt, solange noch gewählt wird. In den großen Städten können die Franzosen in der Regel bis 20 Uhr ihre Stimme abgeben. Bei der Schließung der Wahllokale werden dann die ersten Hochrechnungen verkündet.

dpa

stol