Freitag, 03. Juli 2015

Frankreich will Wikileaks-Gründer Assange nicht aufnehmen

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat den französischen Präsidenten Francois Hollande ohne Erfolg um Aufnahme in Frankreich gebeten.

Julian Assange
Julian Assange

„Nur Frankreich ist heute in der Lage, mir den nötigen Schutz gegen die politischen Verfolgungen – und nur diese – zu geben, deren Ziel ich bin“, schrieb Assange in einem Offenen Brief, den die Zeitung „Le Monde“ am Freitag veröffentlichte. Der Elysee-Palast wies das Ansinnen umgehend zurück.

„Die Situation von Herrn Assange zeigt keine unmittelbare Gefährdung. Zudem liegt gegen ihn ein europäischer Haftbefehl vor“, teilte die Präsidentschaft mit.

Der 44-jährige Australier sitzt seit drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Dorthin war er geflüchtet, um einer Befragung zu Vorwürfen sexueller Vergehen in Schweden zu entgehen. Assange bezeichnet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als politisch motiviert und befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats drohen könnte.

Wikileaks hatte unter anderem tausende geheime US-amerikanische Botschaftsdepeschen veröffentlicht. Aktuell sorgt die Plattform mit Enthüllungen über Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA erneut für Schlagzeilen.

apa/dpa/afp

stol