Donnerstag, 07. September 2017

Franziskus mahnt Kolumbianer zur Aussöhnung

Zum Auftakt seines Kolumbien-Besuchs hat Papst Franziskus dazu aufgerufen, nach dem historischen Friedenspakt mit der FARC-Guerilla der Gewalt dauerhaft abzuschwören.

Papst Franziskus entzündete die Friedensfackel. - APA
Papst Franziskus entzündete die Friedensfackel. - APA

Nach über 220.000 Toten in dem 50 Jahre langen Konflikt mahnte er, den Weg der Aussöhnung und nicht der Rache zu gehen. Die Suche nach dem Frieden sei immer "eine offene Sache", betonte Franziskus am Donnerstag in Bogota.

Entlang der Wegstrecken des Papamobils jubelten ihm Hunderttausende zu, die Leibwächter wurden nervös. Fast 35.000 Polizisten und Soldaten schützen den Papst-Besuch.

Franziskus appellierte, „in der Anstrengung nicht nachzulassen, die Einheit der Nation aufzubauen“. Der Mensch, seine Würde und die Achtung des Gemeinwohls müssten im Zentrum allen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Handelns stehen, forderte der 80-Jährige.

Der Vatikan hatte in den Verhandlungen mit der linken FARC-Guerilla in Havanna eine entscheidende Rolle gespielt - kurz vor dem Besuch verkündete auch die letzte verbliebene Guerillagruppe ELN eine Waffenruhe bis Ende des Jahres. Auch mit der ELN-Guerilla will die Regierung bald einen Friedensschluss erreichen.

„Sie haben eine schöne und edle Mission vor sich, die zugleich eine schwierige Aufgabe ist“, sagte der Papst. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos betonte: „Kolumbien ist das Land, das die Waffen tauscht gegen Worte.“ 

apa

stol