Donnerstag, 16. Juli 2015

Französische Regierung wegen Terror-Enthüllungen in der Kritik

Der Terror lässt Frankreich auch ein halbes Jahr nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ nicht los. Nun sollen mutmaßliche Islamisten Soldaten ins Visier genommen haben. Die Opposition wirft der Regierung vor, den Fall politisch auszuschlachten.

Foto: © APA/AP

Nach der Vereitelung eines mutmaßlichen Terrorplans gegen das französische Militär wirft die Opposition der Regierung vor, voreilig darüber informiert zu haben. „Man muss der Polizei Zeit für die Untersuchung lassen“, kritisierte der Generaldirektor der konservativen Republikaner, Frédéric Péchenard, am Donnerstag im Sender Europe 1.

Ein ehemaliger Marinesoldat und seine Komplizen sollen nach Angaben des Innenministers Bernard Cazeneuve Terroraktionen gegen Militäreinrichtungen geplant haben. Nach Informationen französischer Medien wollten sie einen Offizier vor laufender Kamera enthaupten.

Drei Verdächtige saßen am Donnerstag weiterhin im Gewahrsam des Inlandsgeheimdienstes DGSI. Der vierte Verdächtige, ein 16-Jähriger, kam wieder auf freien Fuß, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise meldete.

Ziel der Gruppe soll eine Kaserne südöstlich von Perpignan in Südfrankreich gewesen sein; der Anschlag sei für Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres geplant gewesen.

Der wichtigste Anstifter sei den Behörden aufgrund seiner Aktivität in sozialen Netzwerken bekannt gewesen, sagte Cazeneuve. Er soll Kontakte zu Dschihadisten gehabt haben, die jetzt im Gefängnis sitzen, und wollte angeblich nach Syrien reisen.

dpa

stol