Samstag, 13. Mai 2017

Friauls Präsidentin wegen Äußerung über Flüchtlinge unter Beschuss

Die Präsidentin von Friaul-Julisch Venetien, Debora Serracchiani, ist wegen einer Aussage über eine von einem irakischen Flüchtling begangene Vergewaltigung in Triest scharf kritisiert worden. Auch in der eigenen Partei geriet sie am Wochenende unter Beschuss.

Die Präsidentin von Friaul-Julisch Venetien Debora Serracchiani.
Die Präsidentin von Friaul-Julisch Venetien Debora Serracchiani.

Serracchiani, Nummer Zwei des PD meinte, dass Fälle wie jener in Triest noch verwerflicher seien, wenn sie von Flüchtlingen verübt würden. „Sexuelle Gewalt ist immer eine schandhafte Tat, sie ist aber noch verwerflicher, wenn sie von jemandem verübt wird, der in unserem Land Asyl erhalten hat“, erklärte Serracchiani.

Die humanitäre Aufnahmepflicht gelte nicht, wenn sich Flüchtlinge verwerflicher Taten wie sexuelle Gewalt schuldig machten. In diesem Fall sollten die betroffenen Personen ausgewiesen werden, sagte sie.

Die Schwere einer Straftat könne nicht von der Nationalität oder dem sozialen Hintergrund des Täters abhängig gemacht werden, sagte der PD-Politiker Francesco Russo laut Nachrichtenagentur ANSA. Das sei „inakzeptabel“ und „unannehmbar“.

Starautor Roberto Saviano warf Serracchiani Rassismus vor und riet ihr, zur ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord überzutreten. Ihre Töne würden jenen des Lega-Chefs Matteo Salvini ähneln. Serracchiani erwiderte, ihre Aussagen seien aus politischen Gründen instrumentalisiert worden. Niemand könne sie des Rassismus' bezichtigen.

apa

stol