Donnerstag, 01. Dezember 2016

Frieden für Kolumbien: Farc-Vertrag in Kraft

Erst sagte das Volk nein. Daher musste der mühsam ausgehandelte Friedensvertrag mit der Farc-Guerilla neu verhandelt werden. Jetzt fragte Kolumbiens Präsident Santos lieber nur den Kongress. Und siehe da: Es vollbracht – und die Waffen sollen bald eingeschmolzen werden.

Der Friedensvertrag wurde unterschrieben.
Der Friedensvertrag wurde unterschrieben. - Foto: © APA/AFP

Nach über 50 Jahren Konflikt ist der Weg frei für ein Ende des Guerillakrieges der linken Farc-Rebellen in Kolumbien.

Nach dem Senat billigte auch das Parlament am Mittwochabend (Ortszeit) in Bogotá das seit vier Jahren auf neutralem Boden in Kuba ausgehandelte Abkommen, das nun in Kraft treten kann und den blutigen Konflikt beendet.

130 Abgeordnete stimmten dafür, keiner mit Nein, allerdings hatten Gegner bewusst nicht an der Abstimmung teilgenommen. Schon beim Votum im Senat gab es ein eindeutiges Ergebnis: 75:0 Stimmen.

„Ein Land in Frieden“

Für Präsident Juan Manuel Santos, der für seine Bemühungen der Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen hat, ist es die Krönung seiner politischen Karriere. Er dankte unmittelbar nach dem Votum dem Kongress für den „historischen Rückhalt und die Hoffnung auf Frieden für die Kolumbianer“.

Er hatte im Vorfeld betont, „künftige Generationen fordern, dass wir ihnen ein neues Land übergeben, ein Land in Frieden.“ Wenn nun alles glattgeht, sollen die noch 5800 Kämpfer noch in diesem Jahr mit der Abgabe der Waffen beginnen – Hunderte UN-Blauhelme und das Militär sollen den Prozess überwachen.

Aus Waffen sollen Denkmäler werden

Innerhalb von sechs Monaten soll die Abgabe abgeschlossen sein, die in 28 festgelegten ländlichen Zonen stattfinden soll, wo die „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia“ („Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“) zuletzt aktiv waren.

Rund 12.000 Soldaten sollen die Waffenabgabe sichern. Mit den eingeschmolzenen Waffen sollen drei Kriegsmahnmale in New York (Sitz der UN), Kuba (Ort der Friedensverhandlungen) und Kolumbien gebaut werden.

Die Guerilla kann danach mit der Gründung einer Partei beginnen, um Ziele wie eine gerechtere Landverteilung und Unterstützung der armen Landbevölkerung zu verfolgen. Als Sozialeistung soll jeder bisherige Guerillakämpfer anfangs monatlich eine Unterstützung von rund 215 US-Dollar bekommen.

dpa

stol