Dienstag, 30. Januar 2018

Friedenskongress stockt wegen Streits um syrische Oppositionelle

Der Streit um eine Gruppe syrischer Oppositioneller am Flughafen von Sotschi hat am Dienstag die offiziellen Beratungen des von Russland initiierten Friedenskongresses verzögert.

Russland will bei dem „Kongress der Völker Syriens“ über eine Nachkriegsordnung für das Bürgerkriegsland beraten lassen.
Russland will bei dem „Kongress der Völker Syriens“ über eine Nachkriegsordnung für das Bürgerkriegsland beraten lassen. - Foto: © APA/AFP

Außenminister Sergej Lawrow telefonierte nach Angaben seines Ministeriums zweimal mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu. Der habe eine Lösung des Problems zugesichert, sagte ein russischer Diplomat der Agentur Tass zufolge.

Die Türkei hatte die Regierungsgegner, die der bewaffneten Opposition nahestehen sollen, in den russischen Ferienort am Schwarzen Meer geflogen. Die Syrer verließen aber den Flughafen nicht. Ein Grund war nach Angaben aus Oppositionskreisen, dass sie nicht an einem Kongress unter der syrischen Flagge teilnehmen wollten. Diese sehen sie demnach als Symbol für Präsident Baschar al-Assad.

Bilder aus dem Kongresszentrum in Sotschi zeigten, wie mehrere Hundert Teilnehmer am Dienstagmorgen vergeblich auf den Beginn des Treffens warteten. Russland will bei dem „Kongress der Völker Syriens“ über eine Nachkriegsordnung für das Bürgerkriegsland beraten lassen.

In dem seit 2011 dauernden Syrien-Konflikt, der sich zu einem Krieg mit vielen Akteuren ausgewachsen hat, sind nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 400 000 Menschen getötet worden.

dpa

stol