Freitag, 19. Juni 2020

Friedensnobelpreisträgerin Malala schließt Studium an Uni Oxford ab

8 Jahre nach dem Anschlag der radikalislamischen Taliban hat die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai ihren Abschluss an der Universität Oxford geschafft. Die 22-Jährige veröffentlichte am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter Fotos von einer Examens-Feier mit ihrer Familie.

Malala setzt sich als jüngste Nobelpreisträgerin weiterhin für die Bildung von Mädchen ein.
Malala setzt sich als jüngste Nobelpreisträgerin weiterhin für die Bildung von Mädchen ein. - Foto: © APA/afp / MIGUEL SCHINCARIOL
„Ich kann meine Freude und Dankbarkeit kaum in Worte fassen, jetzt wo ich meinen Abschluss in Philosophie, Politik und Wirtschaft in Oxford geschafft habe“, schrieb sie auf Twitter. Auf einem Foto ist Malala bedeckt mit Schaum und bunten Papierschnipseln zu sehen, auf einem anderen sitzt sie gemeinsam mit ihrer Familie vor einem großen Kuchen mit der Aufschrift „Happy Graduation Malala“.



Netflix, lesen und schlafen

Weiter schreibt sie: „Ich weiß nicht, was vor mir liegt. Aber fürs Erste wird es Netflix, lesen und schlafen sein.“ Schon als 11-jährige hatte sich die Tochter eines Schulleiters in einem BBC-Blog für Schulbesuche von Mädchen in Pakistan stark gemacht. Damals war das Swat-Tal Hochburg der Taliban, Malala beschrieb in dem Blog ihr Leben unter der Herrschaft der Islamisten. Im Oktober 2012 schoss ihr ein Taliban-Kämpfer in den Kopf, als sie in einem Schulbus im Swat-Tal unterwegs war.

Malala erhielt den Friedensnobelpreis im Alter von 17 Jahren

Malala überlebte schwer verletzt und wurde zur Behandlung ins britische Birmingham ausgeflogen, wo sie mit ihrer Familie blieb. 2014 erhielt Malala im Alter von 17 Jahren den Friedensnobelpreis. Zusammen mit der indischen Aktivistin Kailash Satyarthi wurde sie für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Bildung ausgezeichnet.

Malala setzt sich als jüngste Nobelpreisträgerin weiterhin für die Bildung von Mädchen ein. Viele Pakistaner feierten sie, als sie 2018 das erste Mal nach dem Anschlag wieder zu Besuch in Pakistan war. Doch in konservativen Kreisen ihrer Heimat wird sie angefeindet. Sie sehen in ihr eine „Agentin des Westens“, deren Mission es sei, Pakistan bloßzustellen.

dpa/apa