Schon seit geraumer Zeit trug Roland Selva, gewissermaßen das Faktotum der „Freilichtspiele Unterland“, den Gedanken mit sich herum, die künstlerische Leitung abzugeben. Ganze 25 Jahre hatte der vielseitige Schauspieler und Regisseur diese verantwortungsvolle Position bereits bekleidet. <BR /><BR />Glücklicherweise war da mit Katharina Gschnell bereits eine ambitionierte Akteurin in der eigenen Gruppe, eine, die sozusagen für Hunger und Durst Theater macht.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299576_image" /></div> <BR /><BR /> „Ich habe schon einige Zeit mit mir gerungen, ob ich die Richtige dafür bin, aber jetzt freue ich mich sehr auf die neue Aufgabe“, sagt Katharina Gschnell. Mit 1. Jänner 2026 wurde der Wechsel vollzogen, Vorsitzender bleibt weiterhin Oswald Schiefer. <BR /><BR />Natürlich verkörpert die 38-Jährige nun den Neuaufbruch für die traditionsreiche Unterlandler Kulturinstitution, allerdings möchte sie diesen behutsam in die Wege leiten. Sie wählt dafür ein schönes Bild: „Ich möchte die Leute in Vertrautheit abholen, um schön langsam neue Wege anzusteuern.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-74302652_listbox" /><BR /><BR />Dazu tun sich diverse Möglichkeiten auf, etwa die Stückauswahl, die Inszenierung oder die gezielte Arbeit mit der Jugend. Erfahrungen gesammelt hat Katharina Gschnell zuhauf, ihr Werdegang ist reich an Ausbildungen, Bühnenstücken, Rollen für Kino und Fernsehen sowie Projekten. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299579_image" /></div> <BR /><BR />So hat sie etwa hinter der Kamera im preisgekrönten Film „Das Wunder von Wörgl“ (2018) oder im „Bozen Krimi“ (2023) mitgewirkt, verkörperte auf Bühnen in ganz Südtirol und darüber hinaus unterschiedlichste Frauenrollen und betätigte sich als Mitbegründerin des Schauspielerinnen-Kollektivs „Binnen-I“. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299582_image" /></div> <h3> Der Kreis schließt sich</h3>Als Theaterschaffende dürstet man immerzu nach neuen Projekten und Aufträgen und will den eigenen künstlerischen Horizont stetig erweitern. So verhält sich das auch bei Katharina Gschnell, allerdings bilden die FSU unwiderruflich ihre theatralische Heimat. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299585_image" /></div> <BR />„Roland Selva war schon früh mein Förderer, er vertraute mir bald nach meinem Abschluss an der Schauspielschule eine erste große Rolle im Stück ‚Die deutschen Kleinstädter‘ an“, blickt sie zurück. Schon vorher hatte sie parallel zur Ausbildung an der Schauspielschule in Innsbruck für die FSU plakatiert, seit dem Jahr 2015 wirkt sie auf Vorstandsebene mit. <BR /><BR />Die Verflechtungen reichen indessen noch tiefer. „Einer meiner Großonkel war tatsächlich bei der Vereinsgründung im Jahr 1968 mit dabei, so gesehen schließt sich für mich nun ein Kreis“, erzählt die in Kurtatsch aufgewachsene Gschnell. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299588_image" /></div> <BR /><BR />Es ist wohl die Last der Tradition, welche sie bei der Stabübergabe etwas zögern ließ. Man muss ein großes Ensemble von den eigenen Vorstellungen überzeugen, Budgets verwalten, Bürokratisches erledigen, alle möglichen Schwierigkeiten bewältigen und geht sozusagen das ganze Jahr mit dem nächsten Stück schwanger. <h3> Ein Faible für Geschichte</h3>Schwanger ist ein gutes Stichwort für einen kurzen Seitenblick ins Privatleben. Katharina Gschnell ist mit dem bayerischen Schauspieler und Unternehmer Andreas Mittermeier liiert, die gemeinsame kleine Tochter Madita ist zweieinhalb Jahre alt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299591_image" /></div> <BR /><BR />Ohne ein gefestigtes familiäres Umfeld ließe sich wohl kaum alles bewältigen: Mutterrolle, Schauspieljob und leitende Funktion bei den Freilichtspielen. Umso mehr weiß sie die Unterstützung beider Elternhäuser zu schätzen. <BR /><BR />Nach wie vor brauche es Zähigkeit, Durchhaltevermögen und den Glauben an sich selbst, um im Metier zu bestehen. „Vor allem die Anfangsjahre sind geprägt von Entbehrungen, aber ich hatte immer Glück und wurde bei vielen Produktionen gefragt“, erklärt die quirlige 38-Jährige. Besondere Erfahrungen, prägende Rollen? <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299594_image" /></div> <BR /><BR />In der erfolgreichen Schweizer Historien-Sechsteiler „Davos 1917“ verkörperte sie eine Krankenschwester, in der beliebten Südtiroler Komödie „Joe der Film“ war sie als aufgekratzte Reisebüro-Angestellte zu sehen, während sie im nachdenklichen Monologstück „Sophie Scholl“ für eine Stunde ganz allein die Zuschauer in den Bann zog. <BR /><BR />„Mich interessieren historische Stoffe, ich hatte schon immer ein Faible für Geschichte“, erläutert sie ihre Präferenzen. Sie bezeichnet sich zudem als ausgewiesene Leseratte. Und dann ist da noch dieses eine Hobby, das sie für sich entdeckt hat: Yoga. <BR /><BR />Die ganzheitliche Methode hilft ihr bei der Entspannung und bei der Vorbereitung auf Bühnenauftritte. Hin und wieder vollzieht sie sogar den Kopfstand. Gut möglich, dass ihr gerade dann die ungeheuerlichsten Ideen in den Kopf schießen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299597_image" /></div> <BR /><embed id="dtext86-74302434_listbox" />