Sonntag, 11. März 2018

Front National soll künftig „Rassemblement National” heißen

Die französische Front National soll künftig „Rassemblement National” (Nationaler Zusammenschluss) heißen. Diesen neuen Namen schlug die Vorsitzende Marine Le Pen am Sonntag auf dem Parteitag im nordfranzösischen Lille vor. Die Umbenennung will Le Pen, die am Sonntag als Vorsitzende der rechtspopulistischen Front National bestätigt worden war, noch von der Basis bestätigen lassen.

Marine Le Pen führt die Partei seit 2011 Foto: APA (AFP)
Marine Le Pen führt die Partei seit 2011 Foto: APA (AFP)

Die Wiederwahl der 49-Jährigen Le Pen, die die Partei seit 2011 führt, galt als sicher, sie war die einzige Kandidatin. Der Parteigründer und Vater Le Pens, Jean-Marie Le Pen, verlor indes seinen Ehrenvorsitz. Die Wahl erfolgte schriftlich vor dem Parteitag und fiel „einstimmig” auf die Rechtspopulistin, erklärte die Parteispitze. Die Ergebnisse sind nicht notariell bestätigt.

Die Mitglieder stimmten nach Angaben der FN-Spitze vom Sonntag mit fast 80 Prozent für neue Statuten, mit denen das Amt des Ehrenvorsitzenden abgeschafft wird. Damit zieht der Front National einen Schlussstrich im jahrelangen Streit um den Kurs der Partei. Bei der schriftlichen Mitgliederbefragung stimmten 79,8 Prozent für die neuen Statuten, wie FN-Vizepräsident Jean-Francois Jalkh mitteilte. Diese Zahl ist ebenfalls nicht notariell bestätigt und lässt sich damit nicht überprüfen.

Marine Le Pen hatte ihren Vater bereits 2015 aus dem Front National ausschließen lassen. Grund war unter anderem seine Äußerung, die Gaskammern der Nazis seien ein „Detail” der Geschichte. Dafür wurde Jean-Marie Le Pen mehrfach verurteilt. Seitdem hatte er aber noch den Ehrenvorsitz inne. Um den Ausschluss und den Ehrenvorsitz lieferten sich Jean-Marie Le Pen und seine Tochter danach einen jahrelangen Streit vor Gericht.

Marine Le Pen hatte den Parteivorsitz 2011 von ihrem Vater übernommen, der den FN 1972 als rechtsextreme Partei gründete und ihr fast 40 Jahre lang vorstand. Seitdem fährt sie einen Kurs der „Entteufelung”, um die Partei für breitere Wählerschichten zu öffnen.

apa/ag.

stol