Mittwoch, 15. Februar 2017

Frontex erwartet weitere illegale Migration aus Libyen

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat 2016 mehr als eine halbe Million illegaler Grenzübertritte in die EU gezählt.

Foto: © LaPresse

Genau waren es 511.371, davon mehr als 150.000 von Libyen nach Italien. Diese Zahlen präsentierte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri am Mittwoch in Brüssel. Er warnte vor weiteren Flüchtlingsströmen aus Libyen.

In den Jahren 2014, 2015 und 2016 seien jeweils mehr als 150.000 Migranten aus Libyen nach Italien gekommen. „Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass wir weiter dieselben Zahlen haben“, erklärte Leggeri. Bis die geplanten Maßnahmen der EU greifen würden, brauche es Zeit, sagte der Frontex-Direktor. „Wir müssen sehen, dass Migranten schon unterwegs sind. Man kann denen nicht sagen: Geht nach Hause.“ Viele von ihnen hätten mittlerweile kein Zuhause mehr.

Um die Migration in den Griff zu bekommen, müsse die EU mit den westafrikanischen Staaten kooperieren. Die zu erwartenden Flüchtlingsströme aus Afrika seien eine größere Herausforderung für die EU als das Management der EU-Außengrenze. Frontex sei gerade dabei die libysche Küstenwache auszubilden und werde dies mit Unterstützung der EU-Anti-Schlepper-Mission „Sophia“ weiter tun, sagte Leggeri. Zu den diskutierten Zentren für Asyl-Bewerber in Nordafrika zeigte sich der Direktor zurückhaltend. Frontex habe bei Asyl keine Zuständigkeit, sagte er.

apa

stol