Mittwoch, 06. Juli 2016

Für eine Kirche mit Frauen

Katholische Frauenbewegung in Rom

Einzug der Pilger.
Badge Local
Einzug der Pilger.

In der Nachmittagshitze, am 2. Juli 2016 pilgerten an die 500 Personen, darunter viele Frauen der Katholischen Frauenbewegung Südtirols, zum Petersplatz. Sich für einen Dialog auf Augenhöhe innerhalb der Kirche stark zu machen war ihr gemeinsames Ziel. Auf ihren Rücksäcken klebte ein kleiner Banner mit der Aufschrift „Kirche mit*den Frauen“. Durch ihre leuchtend grünen Halstücher ragten die kfb-Frauen aus Südtirol aus dieser großen Gruppe heraus.

Bereits am Vormittag zogen die Pilger durch Rom und machten in zwei Kirchen Halt, ihr gemeinsames Anliegen, eine „Kirche mit*den Frauen“ vertretend.

In der Kirche Santa Maria del Popolo und anschließend in der Kirche Santa Maria sopra Minerva gab es Impulse und Unterstützung hoher kirchlicher Schweizer Funktionäre. Nach dem Einzug auf den Petersplatz wurde am Nachmittag im Petersdom die berührende Abschlussmesse gefeiert. Hildegard Aepli – Initiatorin der Aktionsgruppe „Kirche mit* - verlas dabei das Schreiben an Papst Franziskus und übergab Bischof Markus Büchel eine kleine Kiste mit dem Anliegen und den vielen tausend Unterschriften jener Personen, die sich eine Kirche mit den Frauen wünschen.

Der Kern der Aussage wurde folgendermaßen formuliert: „Wir bitten Sie, in den Institutionen des Vatikans und in gesamtkirchlichen Entscheidungsprozessen dafür zu sorgen, dass künftig Frauen mitwirken, mitgestalten und mitentscheiden können. Wir bitten Sie auch, entsprechende Ermutigungen und Weisungen für die Ortskirchen zu geben.“

Die Katholische Frauenbewegung der Diözese Bozen-Brixen hat sich an dieser Aktion beteiligt. Drei Gruppen mit insgesamt an die 90 Frauen sind zu diesem Anlass auf unterschiedlichen Wegen nach Rom gepilgert. Im Gepäck der Wunsch nach einer Kirche mit*den Frauen und begleitet von Frauen, die sich in besonderer Weise in Kirche und Glauben verdient gemacht haben. Am 2. Juli wurden sie außerdem in Rom von einem Fernsehteam begleitet, welches den Daheimgebliebenen ein Gefühl für die überwältigende Kraft, die durch diese Aktion entstanden ist, vermitteln konnte.

Auch wenn Papst Franziskus die Pilger nicht empfangen hat, sind sie davon überzeugt, dass er um ihre Anliegen weiß. Seine unkonventionellen Akzente geben Hoffnung, dass der Weg für eine Zukunft, in der Männer nicht mehr ohne Frauen Entscheidungen treffen, geebnet ist.

Katholische Frauenbewegung, Bozen

stol