Dienstag, 15. März 2016

Für viele Brixner ist das Kinderdorf unbekannt

Wichtige Botschaft: Die Kinder und Jugendlichen sind nicht selbst schuld, dass sie im Kinderdorf wohnen.Die Weißkreuzjugend Brixen besuchte das Südtiroler Kinderdorf. Dadurch veränderte sich ihr Blick auf die sogenannten „schwierigen“ Kinder!

Mit einer anschaulichen Methode wurde den Jugendlichen erklärt, was es für Gründe haben kann, dass Kinder und Jugendliche ins Kinderdorf kommen
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Mit einer anschaulichen Methode wurde den Jugendlichen erklärt, was es für Gründe haben kann, dass Kinder und Jugendliche ins Kinderdorf kommen

„Natürlich kennt man das Kinderdorf, wenn man ihn Brixen wohnt, doch man weiß nicht recht darüber Bescheid, was die Kinder dort machen“, sagt Christine von der Weißkreuzjugend Brixen gegenüber dem Hausleiter Benedikt Egger. Die Jugendlichen der Weißkreuzjugend Sektion Brixen haben im Februar das Südtiroler Kinderdorf besucht und waren vollkommen überrascht.

Benedikt Egger ist in seiner Führung ausführlich auf die Fragen der Jugendlichen eingegangen. „Ich war doch der Meinung, dass die Jugendlichen meist selbst schuld sind, wenn sie im Kinderdorf leben. Doch nun erfuhr ich, dass es meist  äußere/familiäre Einflüsse sind, die man von außen nicht wahrnimmt“, staunte Christine.

Maria war berührt: „Betroffen gestimmt hat mich, dass der Betreuer uns erzählt hat, dass Kinder Heimweh haben und ihre Mutter vermissen, auch wenn sie ihnen etwas schlimmes zugefügt haben, denn die Mami bleibt immer die Mami.“

Benedikt Egger erklärte die Haltung der Erzieher/innen: „Wir lassen die Kinder und Jugendlichen nie allein, egal was passiert. Gerade dann, wenn sie in Schwierigkeiten stecken oder schwere Zeiten erleben, sind wir für sie besonders da. Da fährt man schon mal mitten in der Nacht nach Bozen, um auf dem Bahnhof einen Jugendlichen zu holen, der eine Dummheit gemacht hat.“

Für Maria war besonders wichtig, dass die Betreuten hier lernen selbstständig zu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Sarah beschrieb die Stimmung im Kinderdorf: „Es herrscht eine sehr freundliche und gemütliche Atmosphäre. Man sieht, dass sich die Kinder dort wie zu Hause fühlen können, da viel Platz ist und z.B. auch viele Spiel- und Sportmöglichkeiten geboten werden. Ich finde es gut, dass sie trotzdem auch ihren Hobbys nachgehen können (z.B. Musikschule).“       

„Wir sind froh, wenn junge Menschen uns besuchen und für die Arbeit hier sowie für die Problematik der Betreuten sensibilisiert werden“, so Benedikt Egger.

Südtiroler Kinderdorf, Brixen

stol