Donnerstag, 19. Mai 2016

FUEV-Kongress in Breslau eröffnet

Die nationalen Minderheiten stehen im Mittelpunkt des 61. Jahreskongresses der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) in Breslau. Aber nicht nur.

FUEV-Präsident Hans Heinrich Hansen bei seiner Eröffnungsrede. - Foto: sch
FUEV-Präsident Hans Heinrich Hansen bei seiner Eröffnungsrede. - Foto: sch

Die Flüchtlings- und davor die Finanzkrise haben in den letzten Jahren andere Themen wie die Probleme nationaler Minderheiten aus der Öffentlichkeit verdrängt. Dies wird die FUEV am Freitag zu einem Thema machen: „Quo Vadis Europa? Die vielseitige Krise Europas“ heißt das Motto, unter dem die 175 Konferenzteilnehmer von 54 Minderheiten aus 27 Staaten darüber reden werden, wie sich diese vielfältigen Krisen auf die autochthonen Minderheiten auswirken und welche Erfahrungen die Volksgruppen zur Lösung anbieten können.

"Die Mitmenschlichkeit nicht vergessen"

„Die größte Gefahr für uns als Spezies Mensch besteht darin, dass wir unsere Mitmenschlichkeit vergessen und nur auf unseren eigenen Teller schauen, um zu sehen, ob wir tatsächlich etwas abgeben müssen“, sagte FUEV-Präsident Hans Heinrich Hansen in seiner Eröffnungsrede.

Der Kongress bietet zudem den Minderheiten in Polen, in erster Linie der deutschen Volksgruppe, die Möglichkeit, sich und ihre Probleme vorzustellen. Bekanntlich wurde in Polen seit vergangenem Jahr eine nationalistisch ausgerichtete Partei an die Regierung gewählt.

Neue FUEV-Führungsspitze wird gewählt

Am Samstag wird die Führungsspitze der FUEV neu gewählt. Präsident Hans Heinrich Hansen (Deutscher aus Dänemark) wird nach 9 Jahren als Präsident und insgesamt 22-jähriger Arbeit im Präsidium nicht wieder kandidieren. Um seine Nachfolge bewerben sich Lorant Vincze (Ungar aus Rumänien) und Dieter Paul Küssner (Däne in Deutschland).

Daniel Alfreider möglicher neuer "Vize" statt Martha Stocker

Auch Martha Stocker wird nach 15-jähriger Tätigkeit als FUEV-Vizepräsidentin abtreten. Um ihre Nachfolge bewirbt sich der ladinische SVP-Kammerabgeordnete Daniel Alfreider.

Die FUEV wurde 1949 in Paris gegründet. Sie ist mit über 90 Mitgliedsorganisationen in 33 europäischen Ländern der größte Dachverband der autochthonen, nationalen Minderheiten in Europa. Sie setzt sich ein für die Erhaltung und Förderung der Identität, Sprache, Kultur, Rechte und Eigenart der europäischen Minderheiten.

stol/sch

stol