Samstag, 09. September 2017

Fußball nach 30 Jahren Wartezeit

Erstmals seit fast drei Jahrzehnten haben in der somalischen Hauptstadt Mogadischu tausende Fußballfans einem abendlichen Spiel beigewohnt. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen kickten am Freitagabend zwei Jugendvereine im Konis-Stadium im Finale eines Hauptstadtturniers. Auf diesen „historischen Abend“ habe die Bevölkerung 30 Jahre lang gewartet, freute sich Bürgermeister Tabit Abdi Mohammed.

Ein historischer Moment für Mogadischu: Fast 30 Jahre lang gab es in Somalias Hauptstadt aus Sicherheitsgründen keine abendlichen Fußballspiele - bis zum gestrigen Freitag.
Ein historischer Moment für Mogadischu: Fast 30 Jahre lang gab es in Somalias Hauptstadt aus Sicherheitsgründen keine abendlichen Fußballspiele - bis zum gestrigen Freitag. - Foto: © APA/AFP

Frenetisch feuerten die Anhänger ihre jeweilige Mannschaft an – am Ende siegte der Club Waberi mit 3:0 gegen Hodon. Der somalische Fußballverband hofft nun auf weitere Spiele dieser Art, die bisher aus Angst vor Anschlägen der radikalislamischen Shabaab-Miliz nicht abgehalten wurden.

„Dies ist ein Schritt in Richtung Frieden und Stabilität nach so vielen Jahren der Finsternis“, sagte der Einwohner Hanad Gulled vor der Begegnung. Allerdings räumte er ein, dass er aus Sicherheitsgründen das Spiel lieber im Fernsehen anschauen werde. Gleich mehrere Sender übertrugen die Partie live.

Die islamistische Shabaab-Miliz verübt immer wieder Anschläge in dem Land am Horn von Afrika. Sie ist mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet.

Truppen der Afrikanischen Union (AU) hatten die Miliz, die gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates kämpft, 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen kontrollieren aber immer noch einige ländliche Regionen in Somalia.

apa/afp

stol