Mittwoch, 25. Mai 2016

G-7-Staaten vor zahlreichen Herausforderungen

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe sieht die G-7-Staaten vor ihrem Gipfeltreffen vor zahlreichen Herausforderungen. „Die Liste der Probleme, über die wir sprechen müssen, ist länger als jemals zuvor“, schrieb Abe in einem am Mittwoch in der Zeitung „The Japan News“ veröffentlichten Beitrag.

Barack Obama ist am Mittwochabend (Ortszeit) in Japan eingetroffen.
Barack Obama ist am Mittwochabend (Ortszeit) in Japan eingetroffen. - Foto: © APA/AFP

Der Gastgeber des am Donnerstag beginnenden G-7-Gipfels nannte etwa die Weltwirtschaft, die Terrorgefahr und den Klimawandel.

Die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industriestaaten Japan, Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada kommen am Donnerstag zu einem zweitägigen Treffen in Ise-Shima zusammen. Auf der Tagesordnung des unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfindenden Gipfels stehen eine Reihe von politischen und wirtschaftlichen Themen.

„Aktionsplan“ gegen Terrorismus und gewalttätigen Extremismus 

„Die Weltwirtschaft hat an Kraft verloren“, schrieb Abe in seinem Beitrag für „The Japan News“, der englischen Ausgabe der regierungsnahen japanischen Zeitung „Yomiuri Shimbun“. Die Wirtschaft der Schwellenländer schwächle. „Terrorismus kennt keine Grenzen. Flüchtlinge setzen ihr Leben aufs Spiel, um dem Terror zu entfliehen“, nennt Abe die mutmaßlichen Hauptthemen des Gipfels. Er kündigte an, dass die G-7 eine „Aktionsplan“ gegen Terrorismus und gewalttätigen Extremismus beschließen wollen.

Die auf Regeln fußende internationale Ordnung sei unter Druck, fügt der japanische Regierungschef hinzu. Die G-7-Staaten haben Russland 2014 aus ihrem Kreis der G-8 ausgeschlossen wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim. Mit Sorge beobachten die G-7 zudem Territorialstreitigkeiten im Ost- und Südchinesischen Meer zwischen China auf der einen und Japan und anderen Staaten der Region auf der anderen Seite.

Als weitere Krisenthemen für das Treffen in Ise-Shima nennt Abe zudem den Klimawandel, die in den traditionellen Industriestaaten alternde Bevölkerung und den Kampf gegen Korruption und Steuerhinterziehung.

Sind in der G-7 noch die größten Industrienationen?

Die G-7 werden oft als Gruppe der größten Industriestaaten bezeichnet. Stimmt das noch? Nein.

Als die Gruppe 1975 von Deutschland, Frankreich, den USA, Großbritannien, Italien und Japan als G-6 gegründet wurde, war das noch korrekt. Inzwischen haben sich die weltwirtschaftlichen Kräfteverhältnisse aber deutlich verschoben.

Nur noch fünf G-7-Mitglieder sind unter den sieben Staaten mit dem größten Bruttoinlandsprodukt: Die USA (Nummer 1), Japan (3), Deutschland (4), Großbritannien (5) und Frankreich (6). China ist das Land mit der zweitgrößten Wirtschaftsleistung – Indien ist die Nummer sieben.

Dahinter folgt Italien auf Platz acht. Kanada steht als wirtschaftlich schwächstes G-7-Land auf Platz zehn – hinter Brasilien auf Rang neun.

apa/dpa/afp

stol