Freitag, 26. Mai 2017

G7 auf Sizilien beginnt: Darum geht es

Der Gipfel der sieben führenden Industriestaaten (G7) beginnt am heutigen Freitag unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen im sizilianischen Badeort Taormina.

Der G7 findet diesmal in Taormina, Sizilien statt.
Der G7 findet diesmal in Taormina, Sizilien statt. - Foto: © APA/AFP

Neben den Staats- und Regierungschefs der G-7, die sich zu zweitägigen Beratungen in der 11.000-Einwohner-Stadt zurückziehen, werden Vertreter der EU, des IWF und afrikanischer Länder sowie 4000 Journalisten erwartet.

Das sind die Themen:

Kampf gegen Terrorismus, Wirtschaft und Umwelt sind einige Themen auf der Agenda der G-7. Gastgeber Italien will den Partnern ein Dokument zum Thema „Bürgersicherheit“ unterbreiten. Dabei handelt es sich um eine Erklärung aus 15 Punkten, in denen die G-7 den IS und seine Terroranschläge verurteilt.

7.000 Polizisten, Carabinieri und Soldaten sind im Einsatz. Die Behörden befürchten gewaltsame Auseinandersetzungen bei Protesten gegen den Gipfel. Für Samstagnachmittag ist in Giardini Naxos nahe Taormina eine Demonstration mit bis zu 4.000 Teilnehmern angemeldet.

Was ist der G7 eigentlich?

- Die Weltwirtschaftskrise brachte 1975 Bundeskanzler Helmut Schmidt und den französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing auf die Idee eines Gipfeltreffens der größten Industrienationen. Das Ziel: Die Erörterung der weltwirtschaftlichen Lage und die Suche nach Lösungsansätzen für globale Probleme.

- Beim ersten Gipfeltreffen auf Schloss Rambouillet bei Paris trafen sich die Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, Deutschland, der USA, Großbritannien, Japan und Italien. Ein Jahr später kam Kanada hinzu. Aus der „Gruppe der Sechs“ wurde die G7.

- Russland erhielt 2002 die Vollmitgliedschaft, die G8 existierte aber nur bis 2013. Wegen der russischen Annexion der Krim platzte 2014 der Gipfel im russischen Sotschi am Schwarzen Meer. Die G7 tagte stattdessen ohne Russland in Brüssel. Eine Rückkehr zur G8 ist derzeit kein Thema.

- Der G7 gehörten in der Anfangszeit die sieben führenden Industrienationen der Welt an. Heute ist das nicht mehr so: Aus den Top 7 fehlen mit China die Nummer 2 und mit Indien die Nummer 7.

- In der Anfangszeit ging es bei den jährlichen Gipfeln vor allem um Wirtschaftsthemen. Die Treffen wurden deswegen auch Weltwirtschaftsgipfel genannt. Heute geht es neben den Wirtschaftsfragen um alle internationalen Krisen.

- Die G7 trifft keine verbindlichen Beschlüsse. Das Abschlussdokument hat keinen verbindlichen Charakter. Es geht bei den Treffen vor allem um einen Gedankenaustausch über die wichtigsten Themen dieser Welt.

- Der Vorsitz der Gruppe rotiert. Jedes Jahr finden die Gipfel in einem anderen Mitgliedsland statt. Dieses Jahr ist Italien an der Reihe. Die Staats- und Regierungschefs treffen sich in Taormina auf Sizilien.

dpa

stol