Donnerstag, 23. Mai 2019

Gäste-Skitour für angehende Bergführer

Während die meisten Südtiroler wärmere Temperaturen herbeisehnen, sind viele der Südtiroler Berg- und Skiführer mit ihren Gästen noch im Schnee unterwegs. Eine Reihe ganz besonderer Skitouren wurde in Gsies und Prags unternommen.

2 Jahre dauert die Ausbildung zum Bergführeranwärter. - Foto: Alexandra Moser
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2 Jahre dauert die Ausbildung zum Bergführeranwärter. - Foto: Alexandra Moser

Die 14 Teilnehmer am Ausbildungslehrgang für Bergführer nahmen, begleitet von ihren Ausbildern, etwas mehr als 20 Skitouren-Neulinge unter ihre Fittiche.

2 Jahre dauert die Ausbildung zum Bergführeranwärter, nach etwas mehr als 3 Jahren sind die Teilnehmer auch international als Bergführer anerkannt. Der seit vergangenem Mai laufende Lehrgangszyklus wird von der Landesberufskammer der Südtiroler Berg- und Skiführer durchgeführt.

Nicht nur Führerkompetenz, auch Sozialkompetenz

„Nach dem praktischen Ausbildungsblock zum Felsklettern stecken die Teilnehmer nun mitten im zweiten großen Block, jenem für Skitouren“, erklärt der Präsident der Landesberufskammer, Ingo Irsara.

In der Ausbildung vermittelt wird nicht nur die alpine, sondern vor allem die Führer-Kompetenz, wozu auch der Umgang mit den Gästen zählt. Mit einer Hürde: „Solange die Lehrgangs-Teilnehmer unter sich sind, ist es schwer, ein Gefühl dafür zu bekommen, was es heißt, mit Gästen zu gehen“, so Irsara.

Praktische Erfahrungen mit Gästen

In 7 Gruppen aufgeteilt ging es danach auf sorgsam ausgewählte Skitouren in Gsies und Prags. Die Lehrgangsteilnehmer mussten ihre fiktiven Kunden mit der Ausrüstung vertraut machen, eine gute Aufstiegsspur legen, das richtige Tempo wählen und sich bei Aufstieg und Abfahrt um alle Belange kümmern.  

Mit Erfolg: Das Modell der Lehrgangstour mit Gästen kommt gut an, auf beiden Seiten. „Die Reaktionen sind durchwegs positiv“, so Bergführer-Präsident Irsara.

So endet der erste Ausbildungsteil in Sachen Skitour, als zweiter steht jener für Skihochtouren auf dem Programm, also für Touren am Gletscher. Daran knüpft auch der letzte große praktische Ausbildungsblock für die 14 Kandidaten an: jener für Hochtouren, also die Ausbildung in Eis und kombiniertem Gelände.

Der theoretische Teil – von Geologie bis Geschichte

Neben den praktischen Ausbildungsmodulen gehört auch ein aufwändiger Block Theorie, zur Ausbildung der Südtiroler Berg-und Skiführeranwärter. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie Orientierung, Erste Hilfe und Geologie, aber auch Geschichte und Landeskunde sind wichtige Bestandteile der Theorieausbildung.

Für den Unterricht zur Südtiroler Geschichte hatte die Landesberufskammer der Berg- und Skiführer im Spätherbst keine Geringere als die Historikerin und ehemalige Landesrätin Martha Stocker gewonnen.

stol

stol