Donnerstag, 26. Januar 2017

Gegen Berlusconi wird wieder ermittelt

Gegen Ex-Premier Silvio Berlusconi sind neue Ermittlungen wegen Zeugenbestechung aufgenommen worden.

Silvio Berlusconi droht weiter Ungemach vor Gericht.
Silvio Berlusconi droht weiter Ungemach vor Gericht. - Foto: © LaPresse

Dabei geht es um Geld, das Berlusconi bis vor wenigen Monaten einigen Frauen gezahlt haben soll, die als Zeuginnen im sogenannten Ruby-Prozess vorgeladen waren, berichteten italienische Medien am Donnerstag.

Die Mailänder Staatsanwälte gehen davon aus, dass mehrere Frauen, die sich in den vergangenen Jahren an Partys in Berlusconis Luxusresidenz beteiligt hatten, vor Gericht gelogen hatten, weil sie von Berlusconi „Monatsgehälter“ im Zusammenhang mit den ausschweifenden Abenden erhielten.

Berlusconi selbst hatte im April 2012 erklärt, dass er insgesamt 42 junge Frauen „finanziere“, die in die sogenannte Ruby-Affäre involviert waren. Laut den Ermittlern habe Berlusconi bis vor wenigen Monaten vier Frauen bezahlt.

Und wieder fällt der Name „Ruby“

Bei einem neuen Prozess, den die Mailänder Staatsanwälte gegen Berlusconi anstrengen wollen, geht es einmal mehr um die heute 24-jährige Marokkanerin Ruby, alias Karima el Marugh. Der 80-jährige Berlusconi soll bei ausschweifenden Partys gegen Bezahlung Sex mit Ruby gehabt haben, als diese noch minderjährig war.

Später soll er sein Amt als Regierungschef missbraucht haben, um Ruby aus dem Polizeigewahrsam freizubekommen. Im vergangenen Jahr wurde er aber in letzter Instanz von den Vorwürfen der Förderung von Prostitution Minderjähriger und des Amtsmissbrauchs freigesprochen.

Allerdings erhärtete sich später der Verdacht, dass Berlusconi Ruby ein Schweigegeld in der Höhe von sieben Millionen Euro zahlte. Alles in allem sollen sie sowie andere junge Frauen zehn Millionen Euro erhalten haben – in Form von Bargeld, Geschenken, Autos, Übernachtungen sowie der Bezahlung von Rechnungen und Arztkosten.

apa

stol