<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR /><BR /><b>Warum sollten Angsthunde schon jetzt auf Silvester vorbereitet werden?</b><BR />Lisa Holzner: Die Angst vor lauten Geräuschen kann einem Hund nicht völlig genommen werden. Man kann ihm aber helfen, besser damit umzugehen und sich schneller wieder zu entspannen. Wenn ein Hund weiß, was er tun kann, um sich wohler zu fühlen, wenn es knallt, ist der Knall auch weniger schlimm für ihn. <BR /><BR />Wenn der Hund ängstlich auf Knallgeräusche reagiert, kann man damit beginnen, zu Hause über das Handy oder den Laptop Knallgeräusche abzuspielen. Die Geräusche sollten für den Hund wahrnehmbar sein, jedoch in einer Lautstärke, in der er noch nicht mit Angst reagiert. Während der gesamten Zeit, in der die Geräusche zu hören sind, wird der Hund mit tollem Futter (zum Beispiel Leberwurst, Käse oder Nassfutter) gefüttert. Am besten macht man nur kurze Übungseinheiten, wiederholt diese aber mehrmals am Tag. Nach und nach werden die Knallgeräusche immer lauter. Der Hund darf jedoch nie panisch werden! Es ist auch sinnvoll, die Geräusche während des Spaziergangs abzuspielen. Der Hund soll dabei immer mit hochwertigem Futter gefüttert werden.<BR /><BR />Zu Hause kann man eine Entspannungszone für den Hund einrichten, die er in stressigen Situationen aufsuchen kann. Dies kann zum Beispiel sein Schlafplatz sein (Decke, Box, Bett, ...), der für den Hund immer mit schönen Dingen in Verbindung steht, wie zum Beispiel mit Ruhe, Knabbereien, Suchspielen und Co. Achtung: Der Hund darf niemals auf seinem Platz gestört oder zur Strafe dorthin geschickt werden!<BR /><BR /><b>Wie können Entspannungssignale oder Markersignale dem Hund helfen, in stressigen Situationen wieder runterzufahren?</b><BR />Holzner: Entspannungssignale können Laute, Berührungen oder Schnüffeln sein. Viele Hunde kuscheln zu Hause gern mit ihrem Menschen und werden richtig tiefenentspannt. In solchen Situationen kann man zum Beispiel ein Wort nach Wahl ganz ruhig und monoton ständig wiederholen, während der Hund gekrault wird. Nach einigen Wochen wird sich der Hund bereits etwas entspannen, wenn er das Wort hört. Wichtig: Damit das Signal nicht seinen Effekt verliert, muss es immer wieder in den entspannten Situationen „aufgeladen“ werden.<BR /><BR /><b>Was, wenn es draußen plötzlich knallt?</b><BR />Holzner: Dann sollte man am besten etwas Tolles daraus machen. Man setzt ein Markerwort oder klickt mit dem Clicker und belohnt den Hund sofort (wieder mit hochwertigem Futter wie zum Beispiel mit einer Leberwursttube – das Schlecken beruhigt zusätzlich und der Hund ist nah beim Menschen). So wird das Geknalle langfristig positiv verknüpft. Achtung: Das funktioniert nur bei Hunden, die nicht schon sehr ängstlich sind. <BR /><BR /><b>Gibt es Hilfsmittel, die in der Silvesternacht, also im „Notfall“, helfen?</b><BR />Holzner: Hilfsmittel für die Silvesternacht sind zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel wie Notfalltropfen (Rescue-Bachblütenmischung für Kinder (!)). Ein weiteres hilfreiches Tool sind Körperbandagen wie das Thundershirt. Dieses übt einen gleichmäßigen, entspannenden Druck auf den Hund aus. Er hat dadurch ein besseres Körperbewusstsein und kann leichter entspannen. Dies sollte aber unbedingt schon Wochen vorher angewöhnt werden! RelaxoDog ist ein Sound-System zur Entspannung von Hunden in Stresssituationen. Auch dieses sollte bereits einige Zeit vor Silvester in entspannten Situationen getestet und dem Hund vertraut gemacht werden.