Samstag, 24. Februar 2018

Geldwäsche-Ermittlungen gegen Cinque-Stelle-Kandidaten

Eine Woche vor den Parlamentswahlen am 4. März gerät Italiens populistischer Movimento Cinque Stelle wegen eines weiteren ihrer Kandidaten unter Druck. Gegen den Präsidenten des süditalienischen Fußballklubs Potenza Calcio und Kandidaten der Partei im Wahlkreis der Region Basilikata laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldwäsche, wie italienische Medien am Samstag berichteten.

Foto: © LaPresse

Die Untersuchung gegen den Unternehmer Salvatore Caiata wurde von der Staatsanwaltschaft Siena aufgenommen. Der Anwalt des Angeklagten zeigte sich überzeugt, dass dieser bald entlastet werde. Der Unternehmer besitzt mehrere Lokale in Siena. Die Ermittlungen betreffen Gelder von Gesellschaften und Bankkonten im Ausland, die Caiata beim Erwerb von Cafes und Restaurants in der toskanischen Stadt verwendet haben soll.

Nachdem die Nachricht über die Ermittlungen bekannt geworden war, erklärte der Unternehmer am Samstag seine „Selbstsuspendierung” von der Bewegung. Wenig später verkündete der Cinque-Stelle-Premierkandidat Luigi Di Maio den Ausschluss des Kandidaten aus der Bewegung.

Die Ermittlungen gegen den Unternehmer sind ein weiterer Schlag für das politische Image des Movimento Cinque Stelle, die zuletzt mehrmals Probleme mit mehreren ihrer Kandidaten hatte. Einer von ihnen wurde aus den Wahllisten der Region Latium ausgeschlossen, weil ihm Kontakte zu einem Mitglied eines Mafia-Clans nachgewiesen wurden. Ein weiterer Kandidat wurde aus den Wahllisten ausgeschlossen, weil er Mitglied einer Freimaurerloge ist.

Die Cinque-Stelle-Kandidaten für die Parlamentswahlen wurden entsprechend den Prinzipien der Basisdemokratie per Internet von Parteiaktivisten gewählt. Die Kandidaturen wurden dann von einem Gremium geprüft und genehmigt.

Um eine Wiederwahl bewerben sich fast alle Cinque-Stelle-Parlamentarier mit Ausnahme des Spitzenpolitikers Alessandro Di Battista, der bereits im Dezember seinen Verzicht auf ein Mandat signalisiert hatte. Bewegungsgründer und Starkomiker Beppe Grillo hat bisher noch nie für einen Parlamentssitz kandidiert.

apa

stol