Freitag, 18. Dezember 2015

Gemeinde Brixen definiert Leitlinien für Integrationsarbeit

Auf Initiative von Stadträtin Monika Leitner hat kürzlich ein Treffen zwischen dem Stadtrat und den Verantwortlichen der Koordinationsstelle für Integration des Landes stattgefunden.

Im Bild v.l.: BM Claudio Del Piero, Gerold Siller, Peter Brunner, Josef Unterrainer, Monika Leitner, Andreas Jungmann, Vera Nicolussi-Leck, Raimund Patt, Matthias Oberbacher und Ingo Dejaco
Badge Local
Im Bild v.l.: BM Claudio Del Piero, Gerold Siller, Peter Brunner, Josef Unterrainer, Monika Leitner, Andreas Jungmann, Vera Nicolussi-Leck, Raimund Patt, Matthias Oberbacher und Ingo Dejaco

Gegenstand war die Definition von Leitlinien für die künftige Integrationsarbeit in Brixen. Ziel ist es, diese auf professionelle Beine zu stellen. Dem Treffen waren in den vergangenen Monaten Gespräche mit den Integrations- und Kulturverantwortlichen anderer Südtiroler Städte, vor allem mit Bruneck, sowie ein enger Austausch mit der Koordinationsstelle vorausgegangen.

Zugegen waren auch Bezirksreferent Ingo Dejaco und Gemeinderat Gerold Siller, die an den Vorgesprächen teilgenommen hatten. Im Stadtrat wurden beim Treffen konkrete Maßnahmen für die künftige Integrationsarbeit vorgestellt. Raimund Patt aus Köln wird zusammen mit dem Soziologen Matthias Oberbacher und der EURAC den Integrationsprozess in Brixen begleiten.

Raimund Patt unterstützt als Freiberufler seit Jahren Kommunen und Städte im deutschsprachigen Raum und arbeitet für die renommierte Montagstiftung; Matthias Oberbacher ist Mitarbeiter der Beobachtungsstelle zur Einwanderung und der Cusanus Akademie Brixen. Beide bringen auf dem Gebiet der Integration „einen großen Rucksack voller Erfahrungen mit“, wie sie es selbst bezeichneten.

Im Zuge des Gesprächs im Rathaus wurden die Rahmenbedingungen für die künftige Arbeit in Brixen dargelegt und die Erwartungen des Stadtrats für Brixens Integrationspolitik analysiert.

Als Herausforderungen für die kommenden fünf Jahre nannten die Anwesenden die Flüchtlingskrise genauso wie das Aufbrechen von Parallelgesellschaften. Ein besonderes Augenmerk wolle man auf die Unterstützung von Schulen und Kindergärten im sprachlichen Bereich legen. Dazu ist bereits Anfang Jänner ein Arbeitstreffen mit Landesrat Philipp Achammer geplant.

Das Bild der Migration in Brixen ist vielseitig: Etwa 770 Personen aus anderen EU-Ländern leben in Brixen, dazu kommen 1.382 Personen aus nicht-EU-Ländern. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt insgesamt 9,85%. Die Zuwanderer stammen aus 93 Ländern; Spitzenreiter sind Deutschland, Albanien und Pakistan.

Vera Nicolussi Leck, Ressortdirektorin für Bildungsförderung, Deutsche Kultur und Integration, betonte mehrmals, dass es wichtig sei, Konzepte zu entwickeln, die der speziellen Situation in Brixen Rechnung tragen. Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass es darum gehe, eine Kultur des Forderns und Förderns zu etablieren und gleichzeitig auf Eigenverantwortung zu setzen.

Ein neuer Migrationsbeirat wird in Kürze seine Arbeit aufnehmen. Dieser soll ein festes Organ in der Gemeinde werden und Schlüsselstellen ebenso versammeln wie unterschiedlichste Sichtweisen zum Thema Integration.

Am Rande des Treffens wurde auch die aktuelle Flüchtlingskrise angesprochen. Brixen hat in den letzten Wochen erste Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Auf Initiative von Stadträtin Leitner wird derzeit das Einvernehmensprotokoll vorbereitet, das es den Flüchtlingen ermöglicht, gemeinnützige Arbeiten zu leisten. In Kürze soll es zwischen Caritas, der Stadt Brixen, dem Regierungskommissariat und der Landesrätin für Soziales unterzeichnet werden.

stol