Die diplomierte Hundetrainerin Lisa Holzner verrät die wichtigsten Punkte.<BR /><BR /><b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Bei der Leinenführigkeit geht es nicht nur darum, dass der Hund „funktioniert“, sondern darum, gemeinsam entspannt unterwegs zu sein. Trainingsmethoden wie beispielsweise Leinenruck, ständiges Blocken des Hundes oder die Annahme, dass ein Hund nur hinter seinem Menschen laufen darf, sind längst überholt. <h3> Das passende Equipment als Grundlage</h3>Ein entscheidender Faktor für gute Leinenführigkeit ist das richtige Equipment. Natürlich gibt es Vorlieben und nicht für jeden Hund passt alles gleich gut – dennoch sollte immer auf Funktionalität und Komfort geachtet werden. <BR /><BR />Im Alltag bewährt sich ein gut sitzendes Brustgeschirr in Kombination mit einer etwa drei Meter langen Führleine sowie einer Schleppleine. Gerade in Regionen mit häufiger Leinenpflicht ist es sinnvoll, dem Hund trotzdem möglichst viel Freiraum zu geben. <BR /><BR />Eine etwas längere Leine ermöglicht es dem Hund, grundlegende Bedürfnisse auszuleben, wie zum Beispiel zu schnüffeln, die Umgebung zu erkunden, Spuren zu verfolgen, zu markieren, sich zu orientieren, soziale Informationen aufzunehmen oder mit dem Menschen und anderen Tieren zu interagieren. Eine zu kurze Leine schränkt diese wichtigen Verhaltensweisen oft stark ein. Das führt häufig zu Frust beim Hund.<h3> Schleppleine heißt Freizeitmodus</h3>Bei der Schleppleine geht es nicht um klassische Leinenführigkeit, sondern um andere wichtige Trainingsinhalte wie Radiustraining, Orientierung am Menschen, Rückruftraining und gemeinsame Sucharbeit.<BR /><BR />Gerade zu Beginn des Trainings empfiehlt es sich, viel mit der Schleppleine zu arbeiten. So wird verhindert, dass sich unerwünschtes Ziehen an der kurzen Leine festigt. Gleichzeitig bleibt der Hund entspannter, da mehr Bewegungsfreiheit gegeben ist. Besonders Welpen suchen von Natur aus noch stärker die Nähe zum Menschen, und so kann man diese Phase optimal für Orientierungstraining nutzen. <h3>Führleine bewusst einsetzen</h3>Befindet sich der Hund an der Führleine, sollte er bereits gelernt haben, sich etwas zurückzunehmen. Wichtig ist: Zug auf der Leine darf sich nicht lohnen.<BR /><BR />Zieht der Hund, bleibt man entweder stehen oder ändert sofort die Richtung. Dabei sollte der Hund nicht ruckartig herumgezogen werden! Weiter geht's erst, wenn die Leine wieder locker ist. <BR /><BR />Diese Maßnahmen dienen jedoch nur der Schadensbegrenzung. Bevor die Leine spannt, ist sie locker – und genau in diesem Moment sollte man folgendes Verhalten gezielt belohnen: <BR />-lockere Leine,<BR />-Blickkontakt,<BR />-freiwillige Orientierung am Menschen,<BR />-einige Schritte entspannt nebenher laufen,<BR />-Tempoanpassung.<BR /><BR />An Straßen oder auf Gehwegen kann die Drei-Meter-Führleine verkürzt werden, aber gerade am Anfang sollten Einheiten an der kurzen Leine nicht länger als ein bis zwei Minuten dauern. <BR /><BR />In dieser Zeit kann ein „softes Bei-Fuß-Gehen“ aufgebaut werden. Man belohnt den Hund anfangs direkt am Bein des Menschen aus der Hand. <BR /><BR />Ein häufiger Fehler ist, dass die kurze Leine ausschließlich mit Einschränkung, Langeweile oder Frust verknüpft wird. Um das zu vermeiden, sollten auch an der kurzen Leine positive Erlebnisse eingebaut werden, wie kleine Suchspiele oder Futter auf den Boden werfen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299612_image" /></div>