Montag, 12. Januar 2015

Gemeinsame Schulgrammatik

Nach wie vor verfügt die ladinische Schule nicht über eine didaktisierte Schulgrammatik. Diesem Umstand abhelfen möchte ein Forschungsprojekt von Ruth Videsott und Rico Cathomas der Ladinischen Abteilung an der Freien Universität Bozen in Zusammenarbeit mit dem Ladinischen Bildungs- und Kulturressort.

Ladinischunterricht an der Universität. Foto: lucameneghel.com
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Ladinischunterricht an der Universität. Foto: lucameneghel.com

„Nach wie vor verfügt die ladinische Schule nicht über eine didaktisierte Schulgrammatik. Eine solche wäre aber für den Ladinischunterricht äußerst hilfreich, sind doch die ladinischen Lehrpersonen bei der Erstellung ihrer Unterrichtsmaterialien derzeit zu einem beachtlichen Mehraufwand gezwungen“, erläutert Schulamtsleiter Roland Verra den Entschluss zu diesem gemeinsamen Projekt zwischen Universität und dem Bereich „Innovation und Beratung“ des ladinischen Bildungs- und Kulturressorts.

Geplant ist eine ladinische Schulgrammatik für die Grundstufe mit einem integrierten Grundwortschatz: „Dass wir hier eine gemeinsam Schulgrammatik für das Gadertalische und Grödnerische erstellen, und das Ganze mit einem komparativen Grundwortschatz ausstatten, ist von großer Bedeutung für die Entwicklung der beiden Idiome“, unterstreichen die linguistische und der didaktische Verantwortliche des Projektes, Ruth Videsott und Prof. Rico Cathomas.

In den drei Jahren bis August 2017 soll eine Schulgrammatik erstellt werden, die inhaltlich die grammatikalischen Kompetenzniveaus je Schulstufe festlegt. Sie wird Übungs- und Kontrollmaterialien bereitstellen und ist auf der Basis eines zu definierenden Grundwortschatzes erarbeitet. „Integriert ist die Schulgrammatik deshalb, da sie intraladinische Vergleiche zieht und zudem einen Vergleich mit den „Nachbarsprachen“ Deutsch und Italienisch ermöglicht“, ergänzt Prof. Rico Cathomas.

Nach dem Abschluss dieses ersten Teiles soll weiterführend eine Referenzgrammatik für die Mittelschule und die Oberschule erarbeitet werden. Im Projektteam arbeiten neben Ruth Videsott und Prof. Rico Cathomas die Mitarbeiterinnen des Ladinischen Bildungs- und Kulturressorts Claudia Rubatscher und Veronica Rubatscher sowie Daria Valentin.

Der Leiter der Ladinischen Abteilung der Freien Universität Bozen, Prof. Paul Videsott, ist wissenschaftlicher Berater des Projektes: „Wissenschaft und Praxis erbringen hier in enger Zusammenarbeit einen echten Mehrwert für das Ladinische.“

stol