Donnerstag, 01. Februar 2018

Genitalverstümmelung: 200 Millionen Frauen betroffen

Mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen sind Opfer weiblicher Genitalverstümmelung. Daran erinnerte UNICEF und die Österreichischen Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung (StopFGM) anlässlich des Null-Tolleranztages dieser Praxis am Donnerstag in Wien.

Mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen sind Opfer weiblicher Genitalverstümmelung.
Mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen sind Opfer weiblicher Genitalverstümmelung. - Foto: © shutterstock

StopFGM-Sprecherin und SPÖ-Mandatarin Petra Bayr forderte dabei mehr Aufklärung und finanzielle Unterstützung.

Die Dunkelziffer der Opfer liegt nach Einschätzung der Organisationen weitaus höher. Denn die jüngsten Daten stammen aus dem Jahr 2016 und beinhalten nur 30 Länder – davon 27 aus Nord- und Zentralafrika sowie aus dem Irak, Jemen und Indonesien. Mehr als die Hälfte der genannten 200 Millionen Opfer lebe in nur drei Ländern: Indonesien, Ägypten und Äthiopien.

Es gebe aber viele Hinweise, etwa durch Einzelberichte oder kleinere Studien, dass in Ländern wie etwa Kolumbien oder Saudi-Arabien ebenfalls weibliche Genitalverstümmelung stattfindet, erklärte Corinna Geissler von UNICEF. Die Praxis sei zudem an „keiner bestimmten Bevölkerungsgruppe“ festzumachen, sondern würde alle sozialen Schichten „durchziehen“.

Auch in Europa, Nordamerika und Australien leben aufgrund der Migrationsbewegung Opfer weiblicher Genitalverstümmelung. 

apa

stol