Mittwoch, 09. März 2016

Gentiloni zu Libyen: "Militäreinsatz ist keine Lösung"

Rom sieht einen internationalen Einsatz in Libyen nicht als Lösung für die Probleme des nordafrikanischen Krisenlandes.

Außenminister Paolo Gentiloni sieht einen Militäreinsatz in Libyen als nicht sinnvoll.
Außenminister Paolo Gentiloni sieht einen Militäreinsatz in Libyen als nicht sinnvoll. - Foto: © LaPresse

„Ein militärisches Eingreifen ist keine Lösung. Oft verschlimmert das nur das Problem. Man muss berücksichtigen, dass Libyen sechs Mal größer als Italien ist. Wir sind gegen sinnlose Abenteuer, die für unsere Sicherheit gefährlich sein können“, so Außenminister Paolo Gentiloni.

Italien könnte sich an einen internationalen Einsatz in Libyen nur dann beteiligen, wenn die Forderung dazu von einer legitimierten Regierung aus dem nordafrikanischen Land käme. Jedenfalls müsste der Militäreinsatz Grünes Licht vom italienischen Parlament erhalten, betonte Gentiloni in einer Ansprache vor dem Senat am Mittwoch.

Italien bemühe sich um den Aufbau einer legitimen Regierung in Tripolis. Italiens nationales Interesse sei, dass der Zerfallsprozess in Libyen nicht noch mehr zunehme. „Ein Zusammenbrechen Libyens würde dieses Land zu einem Pulverfass machen und humanitäre Krisen noch mehr verschärfen“, warnte Gentiloni.

Im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Nordafrika machen die USA Druck auf Italien, sich an einem internationalen Militäreinsatz in Libyen zu beteiligen. Bis zu 5.000 Soldaten sollte Italien in das Krisenland entsenden, forderte der US-Botschafter in Rom, John Philips, in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Freitag.

apa

stol