Sonntag, 28. Oktober 2018

Georgiens letzte direkte Präsidentenwahl

Die Menschen in der Südkaukasusrepublik Georgien wählen am Sonntag zum letzten Mal einen Präsidenten direkt. Bei der Abstimmung bewarben sich 25 Kandidaten um die Nachfolge von Giorgi Margwelaschwili, der nicht erneut antrat.

Der amtierende Präsident Giorgi Margwelaschwili trat nicht mehr zur Wahl an.
Der amtierende Präsident Giorgi Margwelaschwili trat nicht mehr zur Wahl an. - Foto: © APA/AFP

Mit der Wahl tritt zudem in der Ex-Sowjetrepublik eine Verfassungsreform in Kraft, wonach künftig ein Wahlmännergremium den Präsidenten bestimmen soll. Mit ersten Ergebnissen wurde am späten Abend nach Schließung der Wahllokale gerechnet. Sollte keiner der Kandidaten auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen, wird es eine Stichwahl geben.

Die Wahlkommission hat 19 Tage Zeit, um das Endergebnis offiziell zu verkünden. Gut 3,5 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Am Vormittag verzeichneten die Behörden eine niedrigere Wahlbeteiligung als noch 2013. Es deutete sich ein knappes Rennen an.

Aufruf zu Protesten wegen Wahlfälschung

Als Favoritin galt die frühere Außenministerin und französische Diplomatin Salome Surabischwili, die zuletzt aber laut Umfragen in der Wählergunst verloren hatte. Die 66-Jährige wurde als unabhängige Kandidatin von der Regierungspartei Georgischer Traum unterstützt.

Gute Chancen wurden auch dem früheren Außenminister und von der Opposition unterstützten Grigol Waschadse sowie dem ehemaligen Parlamentschef David Bakradse eingeräumt. Waschadse beklagte laut russischen Medien Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung. „Es gibt bereits viele Beschwerden.“

Der Vorsitzende der oppositionellen Arbeiterpartei, Schalwa Natelaschwili, rief zu Protesten im Falle von Wahlfälschungen auf. Den Berichten zufolge konnten Bewohner einiger Gebirgsdörfer im Norden Georgiens wegen Schnee nicht an der Wahl teilnehmen, weil die Lieferung von mobilen Wahlurnen in die Regionen nicht möglich gewesen sei.

apa/dpa

stol