Der Himmel über Irland ist – wie so oft – grau und trüb, doch die bunten Außenfassaden der „Irish Pubs“ leuchten an solch verregneten Tagen dafür umso heller. Und auch im Inneren der durchwegs urigen Lokale herrscht trotz des Wetters eine ausgelassene Stimmung: Dicht gedrängt sitzen die Gäste an den Holztischen oder stehen am Tresen im gedämpften Licht der Laternen, während die Barkeeper ein „Pint“ Guinness nach dem nächsten zapfen. <BR /><BR />Die einen unterhalten sich lautstark, die anderen singen und tanzen zur traditionellen irischen Musik, die in der Ecke von einer Liveband gespielt wird. Nirgendwo anders fühlt man sich so schnell „irisch“ wie während eines Pub-Besuchs – ein Muss bei jeder Irland-Reise.<BR /><BR />Die „Grüne Insel“ mit ihren knapp 4 Millionen Einwohnern hat aber weitaus mehr zu bieten als nur die traditionellen Kneipen. Irland beeindruckt durch wunderschöne Städte und Dörfer, atemberaubende Natur, geprägt von sanften Hügeln, schroffen Klippen und glitzernden Seen, und nicht zuletzt durch die irische Geselligkeit und Gastfreundschaft. Ein verlängertes Wochenende eignet sich perfekt, um die Insel zu genießen.<h3> Dublin: Studenten und Feierwütige</h3>Zahlreiche Sehenswürdigkeiten zieren die Innenstadt der irischen Hauptstadt, wie etwa das Schloss „Dublin Castle“, die beiden Kirchen „St. Patrick's Cathedral“ und „Christ Church Cathedral“ oder das „Guinness Storehouse“ – Heimat des dunklen Bieres. Doch 3 Orte beeindrucken nicht bloß durch ihre Architektur, sondern wegen der lebendigen und geselligen Atmosphäre.<BR /><BR />Zu diesen Orten zählt die zentrale Shoppingmeile „Grafton Street“. Dort herrscht ein dichtes Gedränge. Die einen eilen hastig durch die Gegend, die anderen schlendern gemächlich die Straße entlang und werfen hie und da einen Blick in die Schaufenster der vielen Mode- und Schmuckgeschäfte. <BR /><BR />Alle paar Meter stimmen Straßenmusikanten Lieder an und ziehen die Passanten schlagartig in ihren Bann. Binnen Minuten verwandelt sich die so bewegte Flaniermeile zu einer großen Freilichtbühne. Auch so manche Weltkarriere begann auf den Kopfsteinpflastern der „Grafton Street“. Ed Sheeran zum Beispiel sang dort, bevor ihm der große Durchbruch gelang.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013625_image" /></div> <BR />Gleich viel Trubel wie auf der Shoppingmeile herrscht auch rund um das „Trinity College“ – eine der bekanntesten Universitäten Europas. Zahlreiche Studierende tummeln sich in den Innenhöfen, lernen gemeinsam oder sind sportlich unterwegs. Doch auch sonst besuchen viele Gäste die Universität, denn diese beheimatet ein wahres historisches Juwel: Die alte Bibliothek. Betritt man den Hauptraum – den 65 Meter langen „Long Room“ – liegt sogleich ein Hauch von Harry Potter in der Luft.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013628_image" /></div> Das sanfte Licht, das durch die antiken Fenster hereinströmt, taucht den Raum in eine warme, einladende Atmosphäre. Die Regale auf beiden Seiten reichen bis zur Gewölbedecke und sind mit alten Büchern in Lederbänden bestückt. Die Bibliothek bewahrt wertvolle Zeugnisse längst vergangener Zeiten auf, unter anderem das „Book of Kells“ – eines der wichtigsten mittelalterlichen Manuskripte – oder die berühmte Harfe von König Brian Boru: Es ist das irische Nationalsymbol, abgebildet auf den Münzen, dem Nationalwappen oder auf jedem Kronkorken einer Guinness-Flasche.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013631_image" /></div> Wenige Schritte vom Uni-Campus entfernt liegt das pulsierende Herz der Stadt: Das Szeneviertel „Temple Bar“. Riesengroße Graffitis zieren die Häuserfassaden. In den Gassen reiht sich fast ausnahmslos ein Pub an den nächsten. Aus jedem von ihnen strömt der Klang irischer Volksmusik und der Geruch von fettigem Essen, auf den Straßen tummeln sich feierwütige Gruppen aus Nah und Fern. <BR /><BR />Mittendrin befindet sich auch die wohl berühmteste Kneipe der Welt: die „Temple Bar“, die mit ihrer knallroten Außenfassade eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt ist.<h3> Galway – „City of Tribes“</h3>Mit dem Zug geht es knapp zweieinhalb Stunden quer über die „Grüne Insel“ bis an die Westküste in das kleine Hafenstädtchen Galway. Wer auch dort die irische Geselligkeit erleben will, darf sich das „Latin Quarter“ nicht entgehen lassen. Es ist das Pendant zum „Temple Bar“-Viertel in der Hauptstadt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013634_image" /></div> <BR />Die engen, kopfsteingepflasterten Gassen sind voller Pubs, Kunstateliers und kleiner Geschäfte. Zahlreiche Festivals prägen das ganze Jahr über das Veranstaltungsprogramm der Kulturhauptstadt 2020. Besonders in der Region rund um Galway ist die irisch-gälische Sprache noch weit verbreitet und wer seine Ohren spitzt, hört sie womöglich während eines Spaziergangs durch die Stadt. <h3> Zu den „Cliffs of Moher“</h3>Wer genug von Pubs und Geselligkeit hat und einfach nur den wilden Atlantik erleben will, sollte sich auf eine der faszinierendsten Straßen der Welt – den „Wild Atlantic Way“ – begeben. Die Straße führt rund 2600 Kilometer zum Großteil entlang der windgepeitschten Küste Irlands.<BR /><BR /> Direkt an der Straße gelegen befindet sich circa 2 Stunden von Galway entfernt die berühmteste Sehenswürdigkeit Irlands: Die Klippen von Moher. Ein schmaler Pfad schlängelt sich gute 8 Kilometer an den Klippen entlang, stets wenige Meter vom Abgrund entfernt. Die Klippen ragen Hunderte Meter senkrecht aus dem tobenden Atlantik. Das Gestein ist kantig, schroff und durchlöchert von der Kraft des wilden Ozeans.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013637_image" /></div> Tausende Möwen, Falken und „Puffins“ mit ihren roten Schnäbeln nisten entlang der Klippen und fliegen einem um die Köpfe. Und als wäre der atemberaubende Ausblick nicht beeindruckend genug, kommen auch die Naturgewalten hinzu, die man in einer gewaltigen Kraft zu spüren bekommt. <BR /><BR />Mit fast 100 Stundenkilometern weht einem der Wind um Nase und Ohren. Der Wind peitscht die salzige Gischt bis zum Pfad hinauf. Es ist ein unvergleichbares Naturspektakel und ein krönender Höhepunkt für jede Irland-Reise.<BR /><BR />