Mittwoch, 18. Mai 2016

Gesetz zu Homo-Partnerschaften "Angriff auf Ehe zwischen Mann und Frau"

Die Italienische Bischofskonferenz (CEI) übt scharfe Kritik an der kürzlich vom Parlament beschlossenen Einführung von Lebenspartnerschaften für Homosexuelle. Mit dem neuen Gesetz würden Ehe und Lebenspartnerschaften gleichgestellt, beklagte CEI-Präsident, Kardinal Angelo Bagnasco.

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Dies sei ein schwerwiegender Angriff auf die auf der Ehe aus Mann und Frau basierenden Familie. Auch wenn der umstrittene Passus eines Adoptionsrechts für Homosexuelle aus dem Gesetz gestrichen worden sei, sei die Möglichkeit einer Adoption seitens gleichgeschlechtlicher Paare nicht ganz ausgeschlossen. Darüber sollen nun im Einzelfall Familiengerichte entscheiden.

Das vorige Woche in Rom verabschiedete Gesetz setzt aus der Sicht der Bischofskonferenz falsche Prioritäten. Nötig sei eine Sozialpolitik, die der traditionellen Familie mehr Aufmerksamkeit schenke. Bagnasco zitierte eine gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus und dem Moskauer Patriarchen Kyrill (Kirill) vom 12. Februar, in der die Gleichstellung der traditionellen Ehe mit anderen Formen der Lebenspartnerschaft kritisiert wurde.

Innenminister Angelino Alfano, Chef der rechtskonservativen Regierungspartei NCD, versicherte dem CEI-Präsidenten, dass Lebenspartnerschaften mit dem neuen Gesetz keineswegs mit der Ehe gleichgestellt würden. Aus dem Gesetz sei außerdem jegliche Möglichkeit für schwule und lesbische Paare ausgeschlossen worden, Kinder zu adoptieren.

Der verabschiedete Gesetzentwurf ist ein mühsam ausgehandelter Kompromiss zwischen des Partito Democratico (PD) von Ministerpräsident Matteo Renzi und dem Koalitionspartner NCD. Aus dem ursprünglichen, von der PD-Senatorin Monica Cirinnà erarbeiteten Entwurf, wurde der umstrittene Passus des Adoptionsrechts für homosexuelle Paare („Stepchild Adoption“) gestrichen.

Das katholisch geprägte Italien war bisher eines der wenigen EU-Länder, in denen bisher gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich nicht anerkannt waren. Das Gesetz enthält einige Neuerungen. So sollen homosexuelle Partner vor Gericht, am Finanzamt oder im Krankenhaus wie Eheleute behandelt werden. Sie können auch den Namen des anderen annehmen. Im Todesfall gehen Pensionsbezüge auf den Hinterbliebenen über.

apa

stol