Auch die Boznerin Isabel ist übergewichtig – seit ihrer Kindheit. Als Isabel in der Volksschule etwas molliger wird, wird das 10-jährige Mädchen auf Diät gesetzt. Keine Süßigkeiten, keine Pizza, keine Wurst, die Verbotsliste ist lang. Vor lauter Hunger beginnt sie, heimlich zu essen. Von ihrem Taschengeld kauft sie sich Lebensmittel. Als Jugendliche entwickelt sie eine Essstörung. Das Übergewicht bleibt. Sie nimmt weiter an Gewicht zu, bis hin zur Adipositas.<BR /><BR /> Inzwischen hat die heute 41-jährige Boznerin unzählige Diäten hinter sich. Aber nichts hat langfristig gewirkt. Dabei müsse sie „nur weniger essen und mehr Sport betreiben“. Solche Sprüche bekommt sie ständig zu hören. Auch viele verletzende Kommentare und Bemerkungen sind für sie alltäglich. Isabel kennt all dies nur zu gut. Es gibt viele Demütigungen, Kränkungen, Vorurteile und Nachteile, die sie und ganz allgemein übergewichtige Menschen aushalten müssen. <h3> Risiko von Folgeerkrankungen</h3>Adipositas ist eine Ernährungs- und Stoffwechselerkrankung, bei der das Gewicht über das Normalmaß hinausgeht. Auch das Risiko an Folgekrankheiten steigt durch starkes Übergewicht an. Die permanente Sorge um die Ernährung und das Gewicht sind sehr belastend. Starkes oder extremes Übergewicht bringt eine Reihe gesundheitlicher, aber auch psychischer und sozialer Probleme mit sich. Neben den gesundheitlichen Folgen leiden Betroffene an einer eingeschränkten Lebensqualität und auch unter Stigmatisierungen. Oft können Menschen mit Normalgewicht diese Probleme nicht nachvollziehen oder begreifen nicht, dass die Entstehung und der Fortschritt dieser Erkrankung eben nicht nur Ausdruck von Disziplinlosigkeit oder Bequemlichkeit ist. <h3> Selbsthilfegruppe startet</h3>Nun will Isabel die Selbsthilfegruppe „Every Body Is Beautiful“ gründen – die erste ihrer Art in Südtirol. Geplanter Gruppenstart ist am 16. Oktober in Bozen. In der Selbsthilfegruppe haben Betroffene die Möglichkeit, sich mit Gleichbetroffenen auszutauschen und neuen Mut zu schöpfen. Tipps, Informationen, Anregungen, Motivation und auch Ablenkung finden Betroffene dort.<BR /><BR /> Alle interessierten Frauen und Männer, die teilnehmen möchten, sind gebeten, sich zu melden. Infos gibt es bei der Dienststelle für Selbsthilfegruppen telefonisch (0471/18 88 11 0), oder per E-Mail (selbsthilfe@dsg.bz.it).