Dienstag, 23. Juni 2015

Ärzte warnen vor Skinny-Jeans

Modisch, aber gefährlich: Eine Frau in Australien hat durch langes Hocken in knallengen Jeans ihre Muskeln und Nerven geschädigt.

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Die 35-Jährige musste aus den Skinny Jeans geschnitten werden und vier Tage mit einer Infusion in einer Klinik bleiben. Erst dann konnte sie wieder allein laufen.

Ihren Fall beschreibt das Team um Thomas Edmund Kimber von der Universität Adelaide im „Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry“ vom Dienstag.

Die Frau hatte demnach bei einem Umzug geholfen und in der Hocke gesessen, während sie Schränke ausräumte. Später am Abend spürte sie ein Taubheitsgefühl in den Füßen, stolperte und fiel hin. Sie konnte nicht mehr aufstehen und lag mehrere Stunden am Boden, bevor sie in ein Krankenhaus kam.

Ihre Waden waren so geschwollen, dass die Hose aufgeschnitten werden musste. Sie konnte ihre Knöchel und Zehen nicht mehr richtig bewegen und hatte kein Gefühl mehr unterhalb der Knie und in den Füßen.

Diagnose: Nervenschäden

Die Untersuchungen der Ärzte ergaben: Muskel und Nervenfasern in den Unterbeinen waren durch das lange Zusammendrücken geschädigt. Die enge Jeans habe die Symptome verstärkt. Die Hose hat demnach ein Kompartmentsyndrom ausgelöst, bei dem Gewebe schwillt, ohne sich ausdehnen zu können.

Dies kann ansonsten nach Brüchen oder Blutergüssen auftreten. Dabei können Muskeln und durch deren Abbauprodukte auch die Nieren geschädigt werden. Die Nieren der 35-jährige Frau funktionierten jedoch normal. Die Ödeme in den Beinen schwanden innerhalb von Tagen, die Nervenfunktionen verbesserten sich.

Eine solche Kombination aus Schäden der Waden- und Schienbeinnerven sei noch nie nach längerer Haltung in der Hocke beschrieben worden, berichten die Mediziner. „Dieser Fall stellt eine neue neurologische Komplikation des Tragens von engen Jeans dar.“

dpa

stol