Freitag, 30. März 2018

Beichte mit Therapeutenliste bei Bedarf

Die Priester des Wiener Stephansdoms bieten Beichtenden neben kirchlichem Beistand bei Bedarf auch eine Liste mit Psychotherapeuten an. Wenn die Beichte nicht ausreiche, würden Gläubige auch weitervermittelt, sagte Dompfarrer Toni Faber dem ORF.

Im Stephansdom erleben Priester einen „Beichtboom“.
Im Stephansdom erleben Priester einen „Beichtboom“. - Foto: © shutterstock

„Wir haben eine Liste von Therapeuten und Psychiatern in den Beichtzimmern aufliegen, die spirituell-affin sind. So können wir Menschen weiterweisen, wenn wir denken, dass eine zusätzliche Begleitung sinnvoll wäre.“
Rund um Ostern sei die Schlange der Wartenden besonders lang. Wenn jemand nach Jahren oder Jahrzehnten alles auspacken wolle, „wächst der Unmut derer, die noch beichten wollen. Die klopfen dann beizeiten ungeduldig an die Tür“.

Faber sprach von einem „Beichtboom“ in St. Stephan. Vor 2 Jahren sei das Beichtangebot stark erhöht worden. Aktuell umfasse der Pool die eigenen und 60 zusätzliche Priester. Von 7 Uhr bis 22 Uhr können Menschen in der Dompfarre beichten, ohne Anmeldung, 7 Tage die Woche. Die Beichte könne in 50 Sprachen abgenommen werden.

Dabei hat ein Beicht- und Aussprachezimmer den hölzernen Beichtstuhl ersetzt. An einem Tisch kann sich der Trostsuchende dem Priester gegenüber setzen oder sich vor einer kleinen Beichtwand hinknien. Im Rest Österreichs wird meist die klassische Ohrenbeichte praktiziert.

dpa

stol